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Abgeld beim Kauf von Wertpapieren im Renditevergleich
Das auch als Disagio oder Damnum bezeichnete Abgeld bezeichnet den Betrag, welcher bei der Vergabe eines Darlehens oder beim Kauf von Wertpapieren vom Nennwert abgezogen wird. Bei der Kreditaufnahme erhält der Kunde somit einen geringeren Betrag als die Kreditsumme ausgezahlt, während er diese vollständig zurückzahlen und verzinsen muss. Beim Kauf von Wertpapieren zahlt der Kunde hingegen weniger als den Nennwert, während er diesen am Ende der Laufzeit komplett zurückerhält.



Auf diese Weise kann der Anleger für das ihm zur Verfügung stehende Geld mehr Wertpapiere erwerben. Die Höhe des Abgeldes wird grundsätzlich durch einen Prozentsatz vom Nominalwert des Wertpapieres angegeben. Wenn dieser auf 10 000 Euro lautet und das Abgeld zwei Prozent beträgt, bezahlt der Anleger beim Kauf der Papiere lediglich 9800 Euro, am Ende der Laufzeit erhält er jedoch die vollen 10 000 Euro zurück. Neben den Finanzierungsschätzen des Bundes und vieler Anlagepapiere industrieller Herausgeber bieten auch Banken und Sparkassen ein den festverzinslichen Wertpapieren vergleichbares Produkt an, welches sich im Gegensatz zu diesen jedoch nicht vorzeitig an der Börse verkaufen lässt. Gemeint ist der Sparbrief, welcher neben der Variante mit jährlicher Zinszahlung auch in der Form eines abgezinsten Sparbriefes oder Sparkassenbriefes angeboten wird. Hierbei werden die gesamten während der Laufzeit anfallenden Zinsen und Zinseszinsen bereits beim Kauf des Finanzproduktes als Abgeld abgezogen.

Steuerlich gilt das Disagio in dem Jahr der Rückgabe der entsprechenden Wertpapiere als Einnahme aus Vermögen, so dass reale Steuern anfallen, wenn der entsprechende Freibetrag bereits ausgeschöpft wurde. Ein weiterer Unterschied zwischen Sparbriefen und den meisten anderen festverzinslichen Wertpapieren besteht darin, dass letztere auch während ihrer Laufzeit zusätzliche Zinserträge ermöglichen. Diese können fest zugesagt sein, aber auch von wirtschaftlichen Faktoren abhängen. So geben beispielsweise momentan die Stadtwerke Münster ein Wertpapier aus, dessen jährlicher Ertrag von der Menge des Stroms abhängt, welche die mit diesem Papier finanzierte Produktionsanlage für Strom aus regenerativen Energien erzeugt. Das Abgeld bei der Ausgabe von Wertpapieren lässt die entsprechenden Finanzprodukte als besonders günstig erscheinen, da es vom Kunden als Rabatt wahrgenommen wird und Preisnachlässe aus psychologischen Gründen einen Kaufimpuls auslöst oder zumindest verstärkt. Nicht erlaubt ist das Abgeld in Deutschland bei der Neuausgabe von Aktien oder Anteilen an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Zumindest bei Aktienemissionen hat das entsprechende Gesetz eher historische Bedeutung, da die Angabe eines Nennwertes für diese Anteilsscheine heute ohnehin unüblich ist.

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