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Aktuelle Zinsen beim Festgeld sind an den EZB Leitzins gekoppelt
Beschaut man sich die Werbekampagnen der großen eingesessenen Banken auf der einen und der Internetbanken und Onlinebroker auf der anderen Seite, ist man sehr schnell ziemlich verwirrt: Was ist denn nun die beste Möglichkeit Geld anzulegen? Festgeld? Wenn ja, für welchen Zeitraum? Oder ist doch das Tagesgeld die bessere Alternative? Um diese und andere Fragen im Zusammenhang mit Festgeld zu beantworten, ist es ratsam, zuerst einmal auf die Eigenschaften von Festgeld an sich einzugehen - was ist Festgeld überhaupt?



Nun, als Festgeld bezeichnet man gemeinhin alle Gelder, die nicht für den kurzfristigen Konsum zur Verfügung stehen, sondern die für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt sind. Sparbücher und Tagesgeldkonten stellen also kein Festgeld dar, da man über diese Gelder jederzeit verfügen kann, 6-Monats-Gelder oder auch 12-Monats-Gelder hingegen sind Festgelder, da man diese Gelder erst nach Ablauf dieser Zeit wieder ausgezahlt bekommt. Mit einem solchen Festgeld sichert sich die Bank also liquide Mittel für einen bestimmten Zeitraum - je länger dieser Zeitraum ist, je mehr Zeit sich die Bank also mit der Rückzahlung lassen kann, desto höher ist auch der Zins. Der Grund ist einfach der, dass die Bank ihrerseits mit langfristigen Festgeldern ganz andere Projekte durchführen kann, als mit Geldern, die schon nach wenigen Monaten wieder an den Kontoinhaber ausgezahlt werden müssen.

Wonach aber richtet sich der Zins überhaupt? Nun, um das zu verstehen, müssen wir ein wenig ausholen und mit der Frage beginnen, welche Möglichkeiten eine Bank überhaupt hat, sich liquide Mittel zu besorgen. Da wäre auf der eine Seite das Leihen von Geldern der jeweiligen Zentralbank, in unserem Fall der "Europäischen Zentralbank", kurz der "EZB", auf der anderen Seite aber auch der Geldmarkt, ein Markt auf dem sich früher ausschließlich Banken gegenseitig Gelder geliehen haben, auf dem inzwischen aber auch immer mehr private Anleger ihr Geld unterbringen. Als dritten Punkt gibt es nun noch die Möglichkeit, sich das Geld von den Kunden der Bank selber zu leihen und Schuldscheine oder eben Festgelder auszugeben.

Wenn die Bank also ermitteln will, wie hoch die Zinsen für die Festgelder der Kunden ausfallen dürfen, so muss sie zuerst einmal die Frage klären, wie teuer die anderen Möglichkeiten wären, sich Gelder zu besorgen. Da der Zins auf dem Tagesgeldmarkt direkt vom Leitzins der EZB abhängig ist, sind auch die Zinsen für Festgelder logischerweise direkt an den europäischen Leitzins, den EURIBOR (European Inter Bank Offer Rate) gekoppelt. Wenn die EZB also den Leitzins erhöht, erhöhen sich auch die Zinsen für Festgelder, wenn sie ihn hingegen senkt, werden auch Festgelder zusehends unattraktiv.

Aufgrund der teilweise sehr kurzfristigen Änderungen des Leitzinses kann eine Bank bei langfristigen Festgeldern hohe Zinsen allerdings nur sehr begrenzt an den Kunden weitergeben. Die Gefahr, dass der Leitzins sinkt und auch die Festgelder weniger hoch verzinst werden, ist einfach zu hoch.

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