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Auswirkungen der EZB Zinsentwicklung auf die Inflation
Die EZB, die Europäische Zentralbank, wurde vor allem aufgrund der Einführung des Euro geschaffen. Sie wurde 1998 gegründet und soll als unabhängige Institution vor allem für eine stabile Geldpolitik sorgen. Unter einer stabilen Geldpolitik versteht man vor allem eine relativ geringe Inflation, die lt. EZB um zwei Prozent liegen sollte. Um das Ziel der Geldwertstabilität zu erreichen, arbeitet sie mit den Notenbanken der verschiedenen Euro-Staaten, unter anderem auch mit der Deutschen Bundesbank, zusammen.



Eines der wichtigsten geldpolitischen Mittel der EZB ist der Leitzins. Dieser wird von ihr direkt vorgegeben und orientiert sich nach allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Leitzins gibt hierbei an, wie hoch der Zinssatz für die in der Euro-Zone ansässigen Banken ist, wenn diese sich Geld von der EZB leihen. Der Leitzins ist somit auch maßgeblich für die Kunden der Banken, denn nach ihm richten sich weiterhin die Einlagen- sowie die Kreditzinsen.

Doch der Leitzins nimmt nicht nur auf die Bankkunden direkten Einfluss, sondern eben auch auf die Inflation. Möchte die EZB aufgrund einer geringen Inflation sowie eines stagnierenden Wirtschaftswachstums die Konjunktur ankurbeln, wird der Leitzins gesenkt. Dies hat zur Folge, dass Kredite günstiger werden und die Zinsen von Spareinlagen sinken. Somit gelangt mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf, das Wachstum wird angekurbelt und mehr Arbeitsplätze entstehen.

Aktuell hat die Euro-Zone jedoch mit einer sehr hohen Inflation zu kämpfen, die im Mai 2008 bei 4% lag. Diese enorme Inflation, die etwa das Doppelte des von der EZB vorgegebenen Prozentsatzes beträgt, schadet sowohl Unternehmern als auch Privatmenschen. Der vornehmliche Grund für die aktuelle Inflation sind sowohl die hohen Rohstoffpreise als auch die steigenden Kosten für Nahrungsmittel. Um die Inflation nun einzudämmen, hat die EZB im Juli 2008 den Leitzins von zuvor 4,0% p.a. auf 4,25% p.a. angehoben. Hierdurch wurden Spareinlagen wieder attraktiver, wodurch die Menschen wieder vermehrt Geld zurück legen. Gleichzeitig wurden Kredite teurer, was die Geldleihe unattraktiver macht, viele Menschen verzichten daher aktuell auf Investitionen.

Durch ihre Geldpolitik möchte die EZB nun erreichen, dass die Inflation wieder sinkt. Ob dieses Ziel jedoch möglich ist, ist derzeit nicht gewiss. Schließlich findet man Inflation häufig in Zeiten starken Wirtschaftswachstums, was in Europa aktuell jedoch nicht zu erkennen ist. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die Wachstumszahlen sinken bereits wieder. Somit kann die Leitzinserhöhung auch dazu führen, dass weiteres Wachstum nicht mehr möglich ist. Auch ist die Inflation derzeit sehr einseitig und zum Teil auf Spekulanten zurückzuführen. Experten erwarten daher in 2008 nur eine geringe Reduzierung der Inflation, erst im Jahr 2009 wird sich die Lage wieder etwas entspannen.

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