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Beim Kredit Scoring gewichtet jede Bank die Kriterien anders
Die Einführung der neuen Eigenkapitalrichtlinien, umgangssprachlich auch nach dem Ort ihrer Entstehung, Basel II, genannt, haben erhebliche Veränderungen im Bankgeschäft mit sich gebracht. Vor allem im Bereich der Kredite müssen die Banken nun die Risiken, die mit der Kreditvergabe verbunden sind, besser und genauer betrachten.



Der Grund hierfür ist, dass sich maßgeblich nach diesem Risiko die Höhe der Eigenkapitalunterlegung für einen Kredit entscheidet. Je risikoreicher der Kredit ist, desto mehr Eigenkapital muss die Bank hierfür zurücklegen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde während der Kreditlaufzeit insolvent wird und der Kredit daher ausfällt, ist relativ hoch.

Für die Risikoeinstufung verwenden die Banken sowohl im Privat- wie auch im Geschäftskundensegment so genannte Scorings. Hierbei wird für jeden Kunden aus unterschiedlichen Faktoren ein Gesamtpunktwert ermittelt, der zwischen eins und sechs liegt. Je niedriger dieser wert, desto besser ist er, denn desto besser ist die Bonität, also die Kreditwürdigkeit des Kunden.

Das Scoring selbst setzt sich aus unterschiedlichen Kennzahlen zusammen, deren Gewichtung sich von Bank zu Bank unterscheidet. Die Scorings sind nämlich nicht für jedes Institut einheitlich, vielmehr hat jede Bank für sich selbst ein Scoringsystem ermittelt, welches oft nicht einmal die Berater der Banken durchschauen können. Jedem Scoring gleich ist allerdings, dass die Berater Daten wie Beruf, Dauer der Beschäftigung, Wohnstatus, Wohnort sowie Familienstand benötigen. Diese Daten werden meist direkt während des Kreditgesprächs in ein Computerprogramm eingegeben, welches anschließend den Score-Wert ermittelt. Hiermit streben die Banken eine schnelle Kreditvergabe an, denn sofern die Bonität für die Kreditvergabe ausreichend ist und der Kunde den Abschluss wünscht, können die Kreditverträge so gleich ausgedruckt und unterschrieben werden. Neben dem internen Scoring der Bank werden aber auch noch die Daten der Schufa herangezogen. Diese ermittelt selbst einen Score-Wert, der sich unter anderem aus der Anzahl der bisher vergebenen Kredite sowie der Rückzahlung zusammensetzt. Dieser Score-Wert wird von den Banken in der Regel eins zu eins übernommen.

Das Scoring hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Kreditvergabe an sich, sondern nach ihm ermitteln die Banken auch die Kreditzinsen. Je höher der Score-Wert, desto höhere Zinsen muss der Kunde bezahlen, denn das Risiko für die Bank ist höher. Welchen Zinsaufschlag die Bank jedoch berechnet, ist individuell verschieden.

Wird ein Scoring im Geschäftskundenbereich erstellt, gehen neben den persönlichen Daten des Kunden auch Daten seiner Branche ein. Hierfür nutzen die Banken meist externe Ratings, die in das Scoring übernommen werden.

Fazit: Durch die sehr unterschiedlichen Scorings der Banken ist es möglich, dass sich die berechneten Zinsaufschläge ebenfalls unterscheiden. Weiterhin kann der gleiche Kunde bei einer Bank eine Ablehnung seiner Kreditanfrage erhalten, bei einer anderen Bank wiederum wird der Kredit genehmigt. Daher sollten Kunden immer mehrere Angebote einholen, um vergleichen zu können.

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