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Bester Kredit bei bester Bonität
Ratenkredite werden bei einigen Direktbanken bereits für Zinssätze von 3,9% p.a. angeboten. Wer greift da nicht gern zu, wenn ein neuer Laptop oder eine neue Couch finanziert werden sollen? Dass diese Zinssätze jedoch ab-Zinssätze sind, die sich nach der Bonität des Antragstellers richten, erkennen Kreditsuchende häufig nur aus dem Kleingedruckten. Durch diese bonitätsabhängige Zinsberechnung müssen ca. 95% aller Kreditkunden einen deutlich höheren Zins, als in der Werbung offeriert wird, bezahlen.



Der Grund hierfür liegt in den neuen Eigenkapitalrichtlinien der Banken, kurz Basel II genannt. Durch diese Vorschriften müssen die Banken viel ihres Eigenkapitals zurücklegen, wenn Kreditnehmer nur eine mittlere oder geringe Bonität aufweisen, denn diese Kredite könnten ausfallen. Die verpassten Einnahmen, die den Banken hierdurch entgehen, werden den Kunden in Form höherer Zinsen in Rechnung gestellt.

Eine pauschale Antwort darauf, wie hoch der persönliche Zinssatz ist, kann jedoch nicht gegeben werden. Dies wird von den Banken individuell anhand der Kundendaten ermittelt. Jedes Institut hat hierzu ein eigenes Scoring geschaffen, bei dem die Daten eine unterschiedliche Gewichtung einnehmen. Dies führt dann dazu, dass der gleiche Kunde bei einheitlichen Vorgaben bei verschiedenen Banken verschiedene Zinssätze zahlen muss, die bis zu 8% p.a. variieren können. Einheitlich ist hingegen, dass die Banken für ihr Scoring die Daten des Einkommens abfragen und diese auch anhand der Gehaltsnachweise überprüfen. Weiterhin werden die Angaben des Eintrittsdatums beim Arbeitgeber sowie der Wohnstatus und der Familienstand benötigt. Auch der Überschuss einer eventuell durchgeführten Haushaltsrechnung geht in die Ermittlung des Scorings ein. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Daten, die bei der Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, gespeichert sind. Hier sind Informationen über die Nutzung von Bankprodukten (Konten, Kredite, Kreditkarten) sowie der Zahlungsmoral des Schuldners enthalten. Auch eventuelle Zahlungsausfälle, die der Kreditnehmer bereits verursacht hat, sind gespeichert und bewirken in den meisten Fällen eine Ablehnung des Kredits.

Sind alle Daten in das Computerprogramm eingepflegt, ermittelt dies einen Score-Wert zwischen eins und sechs. Ein Wert von eins bedeutet in diesem Zusammenhang eine topp Bonität, wodurch der Kunde auch den in der Werbung suggerierten günstigen Zins erhält. Doch bereits ab einem Scoring von 1,4 werden geringe Zinsaufschläge berechnet. Laut Statistiken werden nur ca. 5% aller Bankkunden mit einer Bonität von sehr gut bewertet, ca. 25% erhalten eine gute Bonitätseinstufung, 50% erhalten sogar nur eine mittlere Bonität. Die Zinsaufschläge sind entsprechend. Grundsätzlich gilt hierbei: je höher der Score-Wert, desto höhere Zinsaufschläge muss der Kreditnehmer akzeptieren. Die Alternative ist lediglich, die Anfrage bei einer anderen Bank zu stellen. Doch Vorsicht: Viele Kreditanfragen können die Schufa negativ beeinflussen und somit zu einem schlechteren Scoring der Bank führen.

Um Kreditangebote der Banken schnell vergleichen zu können, ohne erst einen Antrag zu stellen, gibt es mittlerweile im Internet Vergleichsplattformen, auf denen der Kunde die Angebote nach der Bonität ermitteln kann. Hierzu muss sich der Kreditnehmer selbst einschätzen und angeben, ob seine Bonität sehr gut, gut oder nur mittel ist. Zwar bieten auch diese Vergleiche keine detaillierten Informationen, sie sind jedoch deutlich aussagekräftiger als Vergleiche ohne Bonitätsermittlung.

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