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Die Bedeutung der Einnahmen Ausgaben Rechnung bei der Kreditvergabe
Wer bei Banken oder Sparkassen einen Kredit haben will, der muss seine Fähigkeit nachweisen, den Kredit zurückzuzahlen. Banken oder Sparkassen sprechen hier von Bonitätsprüfung. Eine von vielen Möglichkeiten der Bonitätsprüfung ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung des Schuldners.



Dazu müssen einfach die voraussehbaren Einnahmen um die voraussehbaren Ausgaben des Schuldners vermindert werden. Nur wenn hier ein positiver Betrag übrigbleibt, der ausreichend ist, Zinsen und Tilgung zu decken, wird die Bonitätsprüfung erfolgreich sein. Deshalb ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für die Kreditvergabe essenziell. Nur wer hier ausreichend positiv abschneidet, kann also einen Kredit bei einer normalen Bank oder Sparkasse bekommen.

Die Formel der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung könnte man als Bedingung wie folgt schreiben:

WENN
(Einnahmen - Ausgaben - Zinsen - Tilgung) > 0
DANN
Kredit gewähren.
SONST
Kredit ablehnen.

Da Kredite meist in gleichbleibenden monatlichen Raten zurückgezahlt werden, können Zinsen und Tilgung zu einer Größe zusammengefasst werden: monatlicher Rückzahlungsbetrag. Auch Einnahmen wie Renten, Arbeitseinkommen, Arbeitslosengeld etc. kommen monatlich aufs Konto. Viele Ausgaben wie Mieten und Strom sind monatlich zu entrichten. Deshalb vereinfacht sich die Bedingung der Kreditgewährung auf die Regel:

(monatliche Einnahmen - monatliche Ausgaben - monatlicher Rückzahlungsbetrag) > 0

Bei den monatlichen Einnahmen werden allerdings nur die die nachhaltig erzielbaren Einkommen berücksichtigt. Das ist bei einem Rentner, Beamten oder sehr arbeitsplatzsicheren Angestellten einfach das monatliche Gehalt bzw. die Rente. Bei einem unsicher oder prekär beschäftigten Arbeitnehmer oder bei einen Selbstständigen mit stark wechselnden Einkommen ist vorsichtiger zu kalkulieren. Hat der Selbstständige beispielsweise aber im Durchschnitt der letzten Jahre mindestens 20000 Euro zu versteuerndes Einkommen gehabt, dann werden hiervon je nach Bank oder Sparkasse kleinere Abschläge zwischen 10 und 20 % vorgenommen und dieser Betrag durch 12 geteilt, um die monatlichen Einnahmen festzulegen. Bei einen unsicher beschäftigen Arbeiter müsste man etwas höhere Abschläge vornehmen, da bei einer möglichen Arbeitslosigkeit die monatlichen Einnahmen stärker sinken. Hinzuzunehmen zu den monatlichen Einnahmen sind die staatlichen Transferleistungen wie Kindergeld und Wohngeld.

Zur Bestimmung der Ausgaben ist die Bank oder Sparkasse auf die Angaben des Kreditnehmers angewiesen. Insbesondere die Angaben zur größten und am wenigsten variablen Position (die Kosten für Wohnen im eigenen Haus oder die Warm-Miete) sind relevant. Wohnt der Kreditnehmer beispielsweise in einer eigenen Immobilie und ist diese bezahlt, so sind seine Ausgaben deutlich niedriger anzusetzen. Ein weiterer wichtiger Punkt der monatlichen Ausgaben sind schon beanspruchte Kredite bzw. die Rückzahlungen hierfür in Form von Zinsen und Tilgungen. Diese Informationen sind der Bank bekannt oder können leicht recherchiert werden.

Darüber hinaus ist es für die Bank wichtig zu bestimmen, wie hoch die monatliche Pfändungsgrenze des Schuldners ist. Denn wenn dieser nicht mehr zahlen kann oder zahlen will, dann wäre eine Zwangsvollstreckung durch Pfändung von Lohn oder Gehalt nur möglich, wenn der Schuldner hier noch Spielräume hat. Man geht dann einfach davon aus, dass diese sehr vom Familienstand und der Kinderzahl abhängigen Pfändungsgrenze den monatlichen Ausgaben (ohne Haus- oder Mietkosten) entspricht.

Deshalb kann die Bank für die Bonitätsprüfung einfach folgende Vorgehensweise verwenden.

1. Bestimmung der monatlichen Einnahmen abzüglich Risikoabschläge.
2. Zuschlag der staatlichen Transferleistungen
3. Abzug der Haus- oder Mietkosten.
4. Abzug der Zahlungen für schon laufende Kredite
5. Abzug der Pfändungsgrenze.

Verbleibt nun ein positiver Wert, dann ist der Kunde liquide. Man könnte dann den Kreditbetrag und die Tilgungszahlung so festlegen, dass ca. 50 % des Restwerts als Rückzahlungsbetrag (Zinsen und Tilgung) entsteht.

Bei einem so gestalteten Kredit kann die Bank in den allermeisten Fällen von einer problemlosen Rückzahlung ausgehen.

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