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Die Kosten einer Scheidung steuerlich absetzen
Ein Eheversprechen zwischen zwei Menschen hält bestenfalls ein Leben lang und das Ehepaar blickt am Lebensabend auf eine schöne gemeinsame Zeit zurück. Unüberbrückbare Differenzen können sich jedoch in eine Ehe einschleichen und den Gang zum Scheidungsrichter unausweichlich machen.



Haben sich Eheleute zu einer Scheidung durchgerungen, muss vieles geregelt werden. Die Scheidung muss beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden, denn nur das Gericht darf nach deutschem Recht eine Scheidung aussprechen. Dadurch entstehen Gerichtskosten. Ferner besteht bei einem Scheidungsverfahren Anwaltszwang, zumindest für den Antragsteller, somit entstehen auch Anwaltskosten. Die Gerichtskosten sind in der Kostenverordnung (KostO), die Anwaltskosten in der Gebührenverordnung für Rechtsanwälte (BRAGO) geregelt.

Der Streit- oder Gegenstandswert einer Scheidung stellt die Grundlage für die Berechnung der jeweiligen Gebühren dar. In der Regel werden als Basis des Streitwerts die letzten drei Monatseinkommen beider Eheleute, abzüglich eventueller Kinderfreibeträge, bestimmt. Sind die zu treffenden Regelungen kompliziert und zeitintensiv, erhöht dieser Sachverhalt den Streitwert und somit die jeweiligen Kosten.

Die bereits erwähnten Gerichts- und Anwaltskosten sind zur Auflösung der Ehe per Definition als außergewöhnliche und zwangsläufige Belastung anerkannt und somit abzugsfähig. Diese Scheidungskosten können nach § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Dabei wird eine zumutbare Eigenbelastung, die abhängig von Höhe der Einkünfte und evtl. Kinderzahl ist, berücksichtigt.

Wurde eine Scheidung eingereicht und es sind bereits Kosten entstanden, sind diese auch dann abzugsfähig, sollte die Ehe nicht geschieden werden und weiter fortgeführt werden.

Anders verhält es sich mit den Folgekosten einer Scheidung. Kosten für einen Umzug, für die Einrichtung einer neuen Wohnung usw. werden nicht berücksichtigt. Ebenfalls anfallende Kosten für die Regelung von Vermögen, Unterhalt oder auch Kosten für außergerichtliche Einigungen können nicht geltend gemacht werden.

Der Gang zur Eheberatung oder das Einholen ähnlicher professioneller Hilfe ist nicht abzugsfähig. Aber von Fall zu Fall sollten die Eheleute vor dem endgültigen Aus das eine oder andere Angebot annehmen, um vielleicht doch irgendwann gemeinsam zurückblicken zu können.

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