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Ein Franken Darlehen birgt Vorteile und Nachteile
Im Rahmen einer Baufinanzierung gibt es zahlreiche Darlehensvarianten, die von Bauherren zur Finanzierung ihres Projektes genutzt werden können. So stehen zum einen klassische Annuitätendarlehen oder Bauspardarlehen zur Verfügung, immer häufiger werden aber auch die Zinsdifferenzen zu anderen Ländern genutzt, die Einsparpotenziale bieten. So liegen die Zinsen beispielsweise in der Schweiz um einiges niedriger als in Deutschland, wodurch Kreditnehmer während der Gesamtlaufzeit des Darlehens einige Tausend Euro einsparen können.



Um diese Vorteile nutzen zu können, muss ein Darlehen in Schweizer Franken aufgenommen werden. Diese Darlehen werden auch Fremdwährungsdarlehen genannt, denn sowohl die Kreditaufnahme als auch die Zahlung von Zins und Tilgung erfolgt in eben dieser Währung, den Schweizer Franken. Hiermit können jedoch sowohl Vor- wie auch Nachteile verbunden sein, auf die im Folgenden eingegangen werden soll.

So können Kreditnehmer neben den geringeren Zinsen in der Schweiz weiterhin Währungsgewinne erzielen, wenn der Schweizer Franke gegenüber dem Euro abwertet. Verringert sich der Wert des Franken beispielsweise um 10%, verringert sich gleichzeitig die Kreditsumme, ohne eine Tilgung geleistet zu haben. Auf der anderen Seite hingegen wirken sich Währungssteigerungen negativ aus, denn hierdurch erhöhen sich Kreditsumme sowie Rückzahlungsrate.

Ein weiteres Risiko bergen die Zinsen, die für das Darlehen vereinbart werden. Um die Zinsunterschiede optimal nutzen zu können, werden für Fremdwährungsdarlehen häufig nur sehr kurze oder überhaupt keine Zinsbindungszeiten vereinbart. Derart kurze Bindungsfristen sind vor allem dann ideal, wenn das Zinsniveau in der Schweiz sinkt, denn dann sinken automatisch auch die Zinsen des Darlehens und somit fällt die monatliche Belastung geringer aus. Steigen die Zinsen jedoch, muss der Kreditnehmer mit steigenden Kreditraten rechnen. Daher sollten die ersparten Zinsen möglichst sofort in die Tilgung bzw. in einen Sparplan zum Tilgungsersatz investiert werden, um derartige Schwankungen ausgleichen zu können. Durch die kurzen Bindungszeiten sind jedoch immer auch Sondertilgungen möglich, etwa wenn die Kurse niedrig sind.

Grundsätzlich verursachen Darlehen in Schweizer Franken einen deutlich erhöhten Bearbeitungsaufwand für die Bank, wodurch die Mindestkreditsummen deutlich höher liegen als beim klassischen Bankdarlehen in Deutschland. Weiterhin müssen Kreditnehmer auch eine deutlich höhere Bonität mitbringen, um die oben genannten Risiken tragen zu können. Menschen zum Beispiel, deren Einkommen gerade ausreichend ist, den Lebensunterhalt sowie die Kreditraten zu erbringen, sollten von diesen Darlehen Abstand nehmen. Geeignet sich Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken hingegen für vermögende Privatmenschen, Doppelverdiener, Gewerbetreibende oder Unternehmer mit entsprechenden Liquiditätsreserven.

Wie deutsche Baudarlehen auch werden Fremdwährungsdarlehen ebenfalls mit einer Grundschuld gesichert. Um diese Darlehen nutzen zu können, muss der Beleihungswertauslauf allerdings maximal bei 70% liegen. Für 100%-Finanzierer sind diese Darlehen somit weniger geeignet.

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