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Eine 120% Finanzierung wird um einiges teurer
Laut einer Umfrage würden in Deutschland derzeit rund 65% aller Menschen Wohneigentum erwerben wollen, und zwar möglichst sofort. Dies scheitert in den meisten Fällen aber sowohl an den nicht vorhandenen Objekten sowie am fehlenden Eigenkapital. Vor allem junge Familien können sich kaum Eigenkapital aufbauen, da die Lebenshaltungskosten sowie die mitunter sehr hohen Mieten die Einkommen auffressen.



Was in anderen Ländern wie zum Beispiel den USA bereits gängige Praxis ist, erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit: die Finanzierung ganz ohne Eigenkapital. Sie kann so jederzeit in Anspruch genommen werden, lange Sparphasen sind nicht mehr nötig. Dies bietet die Möglichkeit, das Wunschobjekt, welches der Makler derzeit im Angebot hat, bereits nach wenigen Wochen erwerben zu können. Weiterhin können die derzeit noch niedrigen Zinsen für die Finanzierung genutzt werden, auch steigenden Baukosten geht man so aus dem Weg.

Da der Wettbewerb groß ist, bieten mittlerweile fast alle Banken eine Vollfinanzierung. Hierunter versteht man die Finanzierung zu 100% der Kauf- bzw. Baukosten eines Objekts. Lediglich Notar- und Grundbuchkosten sowie eventuell anfallende Maklergebühren sind vom Kunden zu tragen. Doch auch dies ist bei einigen Anbietern nicht mehr nötig, denn sie finanzieren gar zu 120% des Kaufpreises und lassen so Eigenkapital gänzlich unnötig werden. Solche Finanzierungen bieten neben den zahlreichen Vorteilen aber auch Nachteile. Dies sind zum einen die höheren Anforderungen an die Kreditnehmer, die die Bank aufgrund der höheren Risiken stellt. Diese Anforderungen sind in erster Linie natürlich an das Einkommen gebunden, denn eine 120%-Finanzierung bringt eine hohe monatliche Rate mit sich. So liegt allein die Zinsbelastung (angenommener Nominalzins von 5% p.a.) bei einem 250.000 Euro-Projekt bei 1.041 Euro. Kommen hier noch wenigstens 1% Anfangstilgung hinzu, müssen die Kreditnehmer bereits mit einer monatlichen Rate von 1.250 Euro rechnen. Daher sollten nur Menschen, die bereits eine feste Lebensplanung sowie ein gesichertes und hohes Einkommen haben, überhaupt über solch eine Finanzierung nachdenken. Auch ein möglicher Kinderwunsch sollte berücksichtigt werden, denn durch die Geburt fallen zumindest für eine gewisse Zeit Teile des Einkommens weg, die in der Regel nicht anderweitig kompensiert werden können.

Ein weiterer Nachteil der 120%-Finanzierung sind die im Vergleich zu Standardfinanzierungen (zwischen 60-80% des Beleihungswertes) recht hohen Zinssätze. Diese sind dem zusätzlichem Risiko geschuldet, welches sich die Bank natürlich bezahlen lässt. Je nach Anbieter müssen Kreditnehmer bei einer Finanzierung über 120% mit Aufschlägen zwischen 0,7-1,0% p.a. rechnen. Eine deutliche Mehrbelastung, wenn man die hohen Kreditsummen sieht.

Fazit: Aufgrund der Risiken, die mit einer Vollfinanzierung verbunden sind, sollten Kunden diese Form möglichst nur wählen, wenn alle genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Sofern auch nur einer dieser Punkte nicht erfüllt werden kann ist es besser, sich den Traum vom Eigenheim später, nachdem ausreichend Eigenkapital angespart werden konnten, zu erfüllen.

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