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Faule Kredite sind die Ursache der Kreditkrise in den USA
In den USA besitzen weitaus mehr Menschen ein eigenes Haus als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Und wer noch kein Haus besitzt, ist bestrebt, möglichst kurzfristig eines zu erwerben. Auch müssen Kreditnehmer in den USA, um ein Haus zu erwerben, meist kein Eigenkapital vorweisen, die Finanzierungen werden vielmehr zu 100% oder gar 120% (inklusive aller Maklergebühren, Notarkosten sowie eventueller Renovierungen) vergeben. Wie auch in Deutschland werden die Kredite dann mit der Eintragung einer Grundschuld besichert, durch die der Verkauf des Objektes bei einer Insolvenz des Kreditnehmers durchgeführt werden kann. Vielfach werden Immobilienkredite in den USA auch vergeben, wenn sich die Besitzer bestimmte Wünsche, etwa den Kauf eines Autos, erfüllen wollen. Der Nachweis der Mittelverwendung ist nicht notwendig.



Ein weiterer Unterschied zur Kreditvergabe in Deutschland ist die Festlegung des Zinssatzes. Wird dieser in Deutschland bei Immobilienfinanzierungen zwischen 5-15 Jahren fest vereinbart, werden Darlehen in den USA oft sogar variabel verzinslich abgeschlossen. Dies hat natürlich den Vorteil, dass die Rate sinkt, wenn auch das Zinsniveau sinkt, was vor allem in den Jahren 2001-2003 der Fall war. Zu diesem Zeitpunkt hatten dann auch Geringverdiener durch die niedrigen Zinsen die Möglichkeit, ein Haus zu erwerben und nahmen dies natürlich wahr. Da die Vorschriften für Kreditvergaben in den USA nicht so streng waren wie in Deutschland und die Banken auf steigende Immobilienpreise spekuliert haben (wodurch die Objekte im Fall einer Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers in jedem Fall zum Kreditwert verkauft werden sollten), wurden auch Kredite an Menschen vergeben, die sich diese eigentlich nicht leisten konnten. In einigen Fällen wurden sogar Gehaltsnachweise oder Arbeitsnachweise gefälscht.

Vor allem private Kreditvermittler vergaben an nahezu jeden Antragsteller Kredite, da die Provision hierfür, und somit der Verdienst des Vermittlers, sehr hoch waren. Kredite mit solch hohen Risiken werden als Subprime-Kredite (faule Kredite oder Ramsch-Kredite) bezeichnet. Diese Subprime-Kredite wurden von den kreditgebenden Banken durch festverzinsliche Wertpapiere, deren Grundlage die Kredite waren, besichert. Diese Wertpapiere boten natürlich sehr hohe Rendite, wodurch sie bei vielen anderen Kreditinstituten, auch deutschen Banken, sehr begehrt waren.

Nun steigt jedoch das Zinsniveau seit 2005 kontinuierlich an, denn die Wirtschaft erholte sich zunehmend und auch die Inflation stieg. Hierdurch wurden die variabel verzinsten Kredite sehr teuer, was sich vor allem Kreditnehmer der Subprime-Kredite nicht mehr leisten konnten. Durch die große Anzahl zahlungsunfähiger Kreditnehmer und somit einer großen Zahl zu verkaufender Häuser, platzte zudem die Immobilienblase, die sich seither aufgebaut hat. Nun müssen die amerikanischen Banken viele Kredite abschreiben, auch die festverzinslichen Wertpapiere, die an andere Banken verkauft wurden, müssen nun weitgehend abgeschrieben werden. Dies führt zu Zahlungsschwierigkeiten mancher Banken sowie in einigen Fällen sogar zu Insolvenzen.

Die Kreditkrise in den USA, die nun auch die übrige Welt erreicht hat, führte dazu, dass die Kreditvergaben der Banken weitaus strenger geworden sind. Zudem mussten die Banken hohe Verluste ausweisen, was die Börsenkurse zuweilen stark abstürzen ließ. Die definitiven Auswirkungen sind selbst heute, mehr als ein Jahr nach dem Beginn der Kreditkrise, noch nicht abschließend zu nennen.

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