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Festgeld für 10 Jahre muss nicht zwangsläufig signifikant höhere Zinsen bedeuten
Für die Geldanlage ist die Zinsstruktur eines Marktes von enormer Bedeutung. Als normal wird hierbei bezeichnet, wenn Geld, welches kurzfristig angelegt wird, niedriger verzinst wird als Geld, welches für einen deutlich längeren Zeitraum der Bank zur Verfügung gestellt wird. Man spricht hierbei auf von einer steigenden Zinskurve. Anleger erhalten also für ihre 5 oder 10jährige Festgeldanlage eine Art "Halteprämie".



In der heutigen Wirtschaft kommt es jedoch immer häufiger vor, dass die Zinsstruktur sich verändert. So treten mitunter flache Zinskurven auf, bei denen die Zinssätze unabhängig von der Anlagedauer konstant bleiben. Weiterhin gibt es die fallende Zinsstruktur, bei der für kurzfristige Geldanlagen höhere Zinsen als für langfristige Anlagen gezahlt werden. Derartige Strukturen treten vor allem vor einer Rezession auf, durch die die Anleger stark sinkende Zinsen in der Zukunft erwarten. Somit spielt vor allem die Erwartungshaltung der Kunden, aber auch die Meinung der Experten, eine wichtige Rolle für die Zinsgestaltung der Banken.

Die aktuelle Wirtschaftssituation bescheinigt Europa nach wie vor ein Wachstum, auch wenn dieses nicht mehr so hoch wie in den vergangenen drei Jahren sein wird. Gleichzeitig befindet sich die USA jedoch nahe einer Rezession. Der Grund hierfür ist zum einen die im Sommer 2007 zu Tage getretene Immobilienkrise, durch die die Häuserpreise drastisch gesunken sind. Dies und das Verhalten der Banken, die höhere Maßstäbe für Kreditvergaben ansetzen, verhindern weitere Kreditaufnahmen von Privatpersonen und dämpft somit die Konjunktur. Selbst die starke Senkung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank konnte diese Entwicklung noch nicht stoppen. Da Amerika aber einer der wichtigsten Abnehmer deutscher Produkte ist und diese Produkte durch den starken Euro sehr teuer geworden sind befürchten viele Analysten auch in Europa ein deutlich geringeres Wachstum. Mit diesem Szenario einhergehend fordern viele Experten an den Börsen sowie in der Wirtschaft bereits seit Monaten eine Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, die voraussichtlich im Herbst 2008 erfolgen wird. Ob die Zinsen jedoch gesenkt werden und in welchem Maße dies geschieht, hängt von dem bis dahin erreichten Wirtschaftswachstum sowie der Inflation in Europa zusammen.

Aufgrund der in naher Zukunft voraussichtlichen Zinssatzsenkungen wollen viele Anleger möglichst langfristig anlegen. Dies führt jedoch zu deutlich höherer Nachfrage im langfristigen Anlagebereich, was die Zinsen sinken lässt. So erhalten Anleger auf Tagesgeldkonten derzeit bis zu 4,5% p.a. Der gleiche Zinssatz wird im Übrigen für einjährige Festgelder und sogar für zehnjährige Festgelder gezahlt. Die langfristige Geldanlage wird derzeit also nicht belohnt. Einziger Vorteil für Anleger ist jedoch, dass beim Festgeld die Zinsen während der Laufzeit in jedem Fall konstant bleiben, auch wenn die Leitzinsen gesenkt werden. Die Konditionen für Tagesgeld hingegen können sich täglich den Marktveränderungen anpassen, im Negativen wie im Positiven.

Fazit: Langfristige Festgeldanlagen, beispielsweise im 10-Jahres-Bereich werden aktuell ebenso verzinst wie einjährige Anlagen. Allerdings haben Anleger hierbei den Vorteil, mit den Zinsen rechnen zu können. Wichtiger als der Zinssatz ist daher die persönliche Entscheidung für oder gegen eine langfristige Anlage.

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