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Finanzieren ohne Eigenkapital kann zu erheblicher Mehrbelastung führen
Unter dem anhaltenden Druck der angloamerikanischen Kreditvergabepraxis rücken die deutschen Kreditinstitute mit rasanter Geschwindigkeit von ihrer konservativen und zurückhaltenden Kreditvergabepraxis ab. Finanzierungen ohne jegliches Eigenkapital, etwa beim Kauf einer Immobilie, werden damit immer weiter verbreitet. Mittlerweile sind sogar 110 % Finanzierung, also solche Finanzierungen, die auch Unkosten und andere Kosten wie etwa die Notargebühren decken, keine Seltenheit mehr. Dies hat insbesondere für junge Familien mit hoher Bonität einige Vorteile.



Allerdings besteht für die Banken bei einer solchen Finanzierung ohne Eigenkapital auch immer ein höheres Risiko. So hängt der Gewinn einer Bank maßgeblich an der Rückzahlung der kreditierten Summe. Fällt diese aus etwa weil der Kreditnehmer den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann kommt es zu hohen Abschreibungen bei der Bank, wie man es Ende 2007 eindrucksvoll erleben konnte. Natürlich ist der Eintritt dieses worst case scenario bei einer Finanzierung ohne Eigenkapital wesentlich höher als bei einer gewöhnlichen Finanzierung mit einem gewissen Eigenkapitalanteil, da zum einen aufgrund der höheren Kreditsumme die Kreditlaufzeit höher ist und zum anderen die vollständige Rückzahlung einer höheren Summe schwieriger sichergestellt werden kann als die Rückzahlung einer niedrigeren Summe. Dieses Risiko, welches bei Krediten zur Finanzierung ohne Eigenkapital stets gegeben ist, gleichen die Banken durch höhere Zinsen aus. Diese sind dabei meist wesentlich höher als bei Krediten mit einem entsprechend vorhandenen Eigenkapital.

Schon alleine aus diesen Punkt resultiert also eine erhebliche Mehrbelastung zu Lasten der Kreditnehmer. Dies liegt auch weiterhin an der höheren Kreditsumme, die zu der Finanzierung ohne Eigenkapital benötigt wird. Im Ergebnis zahlt der Kreditnehmer also stets höhere Zinsen auf eine höhere Summe, die letztlich zu einer erheblichen Mehrbelastung des Kreditnehmers führen wird.

Hinzu tritt eine weitergehende Mehrbelastung durch höhere Raten. So wird die Bank in jedem Fall versuchen, die Verlustgefahr, die mit der Finanzierung ohne Eigenkapital stets einhergeht, durch allgemein höhere Raten zu kompensieren. Ob dies zweckmäßig ist kann hier offen bleiben, jedenfalls erhöht es aber den wirtschaftlichen Druck auf den Kreditnehmer und somit auch die Gefahr, dass dieser die Raten des Kredits nicht mehr zahlen kann.

Insgesamt sollte eine Finanzierung ohne Eigenkapital also nur von Kreditnehmern mit einer hinreichenden Liquidität aufgenommen werden, da andernfalls die Gefahr des Ausfalls zu groß wäre.

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