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Finanzierung aus Abschreibungswerten
Es gibt im Finanzierungsbereich sehr viele unterschiedliche Kreditarten und Finanzierungsmöglichkeiten. Während sich Privatpersonen in der Regel bei der Bank ein Darlehen besorgen müssen wenn sie bestimmte Vorhaben oder Ausgaben finanzieren möchten, stehen im gewerblichen Bereich noch andere Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. So kann sich ein Unternehmen zum Beispiel durch Ausgabe von Anleihen Kapital beschaffen, Einlagen von den Gesellschaftern fordern, natürlich ebenfalls Kredite aufnehmen, oder sich durch den Verkauf von Vermögensgegenständen Kapital beschaffen.



Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit im Rahmen der Unternehmensfinanzierung ist die so genannte Finanzierung aus Abschreibungswerten. Diese Methode ist auch unter dem Fachbegriff „Lohmann-Ruchti-Effekt bekannt geworden. Die Methode basiert auf dem Grundprinzip der Abschreibung und der Tatsache, dass aus dieser indirekten Steuerersparnis heraus neue Investitionen getätigt werden können ohne das man dazu Fremdkapital benötigt, beispielsweise in Form eines Bankdarlehens. Wie dieser Effekt bzw. die Finanzierung aus Abschreibungswerten genau funktioniert, kann man am besten erklären, wenn man sich ein Beispiel aus der Praxis anschaut. In jeder Periode ist es nach einer Anschaffung und Zahlung des Anschaffungspreises so, dass eine Abschreibung verdient wird, so zum Beispiel beim Kauf einer Maschine zur Produktion. Angenommen, ein Unternehmen kauft sich vier Maschinen zum Anschaffungspreis von jeweils 12.000 Euro. Abgeschrieben können die Maschinen in drei Jahren werden (linear), also 4.000 Euro je Maschine pro Jahr. Das ergibt demnach im ersten Jahr eine Abschreibungssumme von 16.000 Euro. Diese Summe wird dann als Abschreibungsbetrag sofort wieder in eine neue Maschine investiert, denn für vier Abschreibungen zu je 4.000 Euro kann wieder eine Maschine zu 12.000 Euro erworben werden und es bleiben noch zusätzlich 4.000 Euro „übrig“. Führt man dieses Schema nun Jahr für Jahr fort, so können stets neue Maschinen aus den bisherigen Abschreibungen heraus finanziert werden, und eben genau das macht die Finanzierung aus Abschreibungswerten aus. Im zweiten Jahr besitzt man im Beispiel schon fünf Maschinen, die einen Gesamtabschreibungswert von 20.000 Euro haben, wovon man wiederum eine neue Maschine kaufen kann und 8.000 Euro „übrig“ hat. Im dritten Jahr hat man schon sechs Maschinen mit einem Abschreibungswert von 24.000 Euro, wofür man direkt zwei neue Maschinen kaufen kann.

Es handelt sich bei diesem Modell jedoch insoweit um ein relativ theoretisches Modell, weil einige Fakten aus der Praxis nicht berücksichtigt werden. Das ist zum Beispiel die Tatsache, dass sich die Preise der Maschinen oft jährlich ändern, dass überhaupt zusätzliche Möglichkeiten von Absatz am Markt bestehen oder dass keine Zusatzkosten für Material oder auch für Personal anfallen werden.

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