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Gegen einen Steuerbescheid Einspruch erheben
Nach der Abgabeordnung (§ 157) muss jeder Steuerpflichtige Bürger, oder jedes Unternehmen in Deutschland, das eine Steuererklärung abgegeben hat einen schriftlichen Steuerbescheid erhalten. Hier muss die festgesetzte Steuerart, der Zeitraum und Betrag, sowie wer die Steuer schuldet exakt formuliert sein.



Jeder Steuerbescheid kann nur von der zuständigen Finanzbehörde erlassen werden. Andernfalls ist er ungültig. Gleichzeitig enthält der Steuerbescheid eine Belehrung über die Einspruchsfrist. In der Regel beträgt sie 4 Wochen. Danach besteht keine Möglichkeit mehr eine Veränderung der Entscheidung zu verlangen. Allerdings muss das Finanzamt im Streitfall den Nachweis erbringen, dass der Bescheid auch wirklich richtig zugestellt wurde. Da oft private Postdienstleister aus Kostengründen für die Zustellung genutzt werden, ist der Nachweis oft kaum möglich. Der Steuerpflichtige sollte deshalb auch bei Überschreitung um einige Tage den Einspruch erheben. In der Regel wird er trotz Überschreitung der Einspruchsfrist anerkannt.

Wenn man bedenkt, dass bei ca. 1/3 der Steuerbescheide vom Finanzamt zu viel verlangt wird, dann ist es sinnvoll, jeden Steuerbescheid genau zu prüfen. Beim geringsten Zweifel ist der Einspruch sinnvoll. Der Einspruch ist immer kostenlos. Jeder Einspruch wird normalerweise nicht mehr von dem Finanzbeamten bearbeitet, der für Steuernummer zuständig ist. Die Bearbeitung erfolgt von der Widerspruchsstelle des Finanzamtes. Schon dass kann bewirken, dass bestimmte Angaben, wo der Rotstift angesetzt wurde, hier anerkannt werden. Der Steuerpflichtige muss allerdings wissen, dass beim Einspruch der gesamte Vorgang neu durchgerechnet wird und es auch zu Nachteilen des Steuerpflichtigen kommen kann. Der Vorteil ist, dass mit dem Einspruch auch eigene Versäumnisse bei der Steuererklärung beseitigt werden können, indem die fehlenden Daten einfach noch eingearbeitet und nachgereicht werden. In 2/3 aller Einsprüche führte der Widerspruch zu einer Verbesserung für den Steuerzahler.

Einsprüche sind auch dann sinnvoll, wenn bestimmte Verfahren zum Beispiel vor dem Europäischen Gerichtshof noch verhandelt werden. Mit dem Einspruch, bei Verweis auf das laufende Verfahren geht der Steuerpflichtige kein Risiko ein. Bei Erfolg profitiert er als so genannter Trittbrettfahrer, ohne Erfolg bleibt alles beim Alten. Wird der Einspruch vom Finanzamt angenommen, muss nichts getan werden, weil die Korrektur nach Abschluss des Verfahrens automatisch erfolgt. Dort, wo der Bescheid nur vorläufig ist, weil noch Entscheidungen verschiedener Gremien, oder Gerichte ausstehen muss der Steuerzahler nichts tun. Diese Korrekturen erfolgen automatisch nach Abschluss der Verfahren, oder Entscheidungsfindung.

Mit dem Einspruch wird eine eventuelle Nachzahlung nicht automatisch ausgesetzt, sondern die Zahlung muss erfolgen und bei Erfolg wird das Geld, auch mit Zinsen, zurückgezahlt. Wer das verhindern möchte, der sollte mit dem Einspruch gleichzeitig die Aussetzung der Vollziehung und das Ruhen des Verfahrens bis zur Bearbeitung des Einspruches mit beantragen.

Auch der bearbeitete Einspruch wird als Steuerbescheid zugestellt und auch hier gibt es wieder die Möglichkeit, innerhalb von 4 Wochen Einspruch zu erheben.

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