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Höchstes Tagesgeld oft nur für Neukunden
Seit einiger Zeit wird kaum ein anderes Finanzprodukt auf dem deutschen Markt derart intensiv beworben wie das Tagesgeld. "Top Zinsen", "Höchstzinsen", "Goldzinsen" oder dergleichen lauten die Begriffe, mit denen die Kreditinstitute versuchen, die Kunden davon zu überzeugen, dass sie das beste Angebot auf dem Markt haben und das der Kunde unbedingt bei Ihnen solch ein Tagesgeldkonto abschließen, bzw. eröffnen muss. Wer die Werbung allerdings aufmerksam beobachtet, stellt schnell fest, dass hinter der Angabe des Zinssatzes so gut wie immer ein kleines Sternchen angebracht ist, was in der Regel schon einmal heißt, dass es bei der ganzen Sache irgendeinen Haken geben muss. Und siehe da: Liest man sich die Fußnote in der Werbung durch, wird einem sehr schnell klar, dass es diesen Haken tatsächlich gibt.



Im Gegensatz zu den normalen Konditionen eines Tagesgeldkontos handelt es sich bei den Angaben, die in der Werbung gemacht werden, nämlich oftmals um so genannte "Einstiegskonditionen", also um einen Zinssatz, der nur für Neukunden bestimmt ist und schlicht und ergreifend der Werbung dient. Interessant dabei ist, dass die Kreditinstitute diesen Zins, so wie sie ihn in der Werbung ausweisen, am Markt für Tagesgeld überhaupt nicht verdienen können. Neue Tagesgeldkonten werden also quersubventioniert. Das Kreditinstitut schießt also eigene Mittel mit in den "Zinstopf" der neuen Tagesgeldkonten, nur um langfristig mehr Kunden zu haben als die Konkurrenz. Aber lohnt sich das? Scheinbar ja! Um den Unterschied zwischen den Tagesgeldzinsen aus der Werbung und dem tatsächlichen Zins am besten nachvollziehen zu können, gehen wir doch einfach mal etwas näher auf Tagesgeld an sich ein.

Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich letztlich um eine Geldanlagemöglichkeit, bei welcher der Kunde sein Geld nicht seiner Bank zur Verfügung stellt (wie es bei Sparbüchern und Festgeld immer der Fall ist), sondern es seiner Bank lediglich mit dem Auftrag überlässt, es dem Tagesgeldmarkt zur Verfügung zu stellen. Der Tagesgeldmarkt hat sich schon vor vielen Jahren etabliert und ist deshalb so erfolgreich geworden, weil er einen reinen Interbankenmarkt darstellt, also einen Markt, zu dem Endverbraucher keinen Zugang haben (es sein denn über einen Geldmarktfonds oder eben ein Tagesgeldkonto) und bei dem die Banken die Möglichkeit haben, sich verhältnismäßig günstig Geld von anderen Kreditinstituten zu leihen. Wenn ein Kreditinstitut nämlich feststellt, dass sich seine liquiden Mittel dem Ende nähern, dann kann es entweder von der EZB einen kurzfristigen Kredit bekommen, wobei diese für das Darlehen dann den "EURIBOR" (European Interbank Offered Rate) erhebt, oder es leiht sich das Geld auf dem Markt für Tagesgeld. Der Zins der Tagesgeldkonten ist daher logischerweise immer leicht unter dem Niveau des EZB Leitzinses.

Kommen wir nun aber zurück zu den Neukunden: Wenn ein Kunde nun 5% aufs Tagesgeld angeboten bekommt, dann ist das in der Regel mehr, als die Bank überhaupt am Markt verdient - sie schießt also Geld zu. Als Kunde sollte man aber eh auf die Zinsen nach dem Aktionszeitraum achten und lieber einen langfristig guten Zins nehmen als einen kurzfristig enormen und danach unterdurchschnittlichen.

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