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Höhere Festgeld Zinsen bei längeren Laufzeiten
Wer sein Geld längere Zeit festlegt, erwartet, dass das entsprechend belohnt wird durch attraktive Zinssätze. Leider entspricht diese Erwartung nicht immer der Realität. Aus der Sicht des Anlegers ist es klar. Er meint, je länger er einem Geldinstitut sein Vermögen zur Verfügung stellt, desto länger kann dieses damit Gewinne erwirtschaften. Die Bank hat darüber hinaus eine große Planungssicherheit, denn sie weiß im voraus, für wie lange ihr das Geld zur Verfügung steht, was bei einer jederzeit kündbaren Geldanlage nicht der Fall wäre. Also müsste die Bank eine Geldanlage desto mehr honorieren, je länger sie läuft.



Die Banken sehen das aber viel differenzierter. Natürlich haben sie Vorteile von langen Anlagezeiträumen, aber damit steigen auch ihre Zinsrisiken. Sie müssen sich für viele Jahre an den einmal vereinbarten Zinssatz halten, unabhängig davon, wie die eigene finanzielle Lage und das allgemeine wirtschaftliche Umfeld sich entwickeln. Eine Bank, der es heute gut geht und die damit rechnet, dass die Zinsen weiter ansteigen werden, garantiert vielleicht ihren Kunden einen Zinssatz, der in einigen Jahren zu einer großen Belastung werden kann, nämlich dann, wenn die Bank in finanzielle Engpässe gerät oder die Zinsen sinken. Da heißt es vorsichtig zu kalkulieren und keine zu großen Versprechungen auf Jahre hinaus zu machen.

Auf der andern Seite muss natürlich ein finanzieller Anreiz bestehen, damit ein Bankkunde überhaupt auf den Gedanken kommt, auf die Entnahme seines Geldes für mehrere Jahre zu verzichten. Das geht nur, wenn es attraktiver erscheint, sein Geld für längere als für kürzere Zeit fest zu legen. Deshalb stiegen die Zinsen mit längeren Laufzeiten bisher moderat an.

Seit wenigen Wochen zeigt sich aber eine Veränderung bei den Geldinstituten. Die Banken gehen bei längerfristigen Anlagen vorsichtiger mit Zinsgarantien um. Gab es bei einer weniger bekannte Bank vor kurzem noch das Angebot, bei Festgeldanlagen bis zu fünf Jahren 5,2 Prozent Zinsen zu erhalten, so hat dieselbe Bank dieses Angebot deutlich nach unten korrigiert. Nun gibt es für ein Jahr immerhin noch stolze 5 Prozent, aber für alle weiteren Jahre nur noch 4,5. Das Beispiel zeigt, dass sich die Banken mittelfristig auf sinkende Zinsen einstellen.

Für den Anleger stellt sich nun die Frage, ob sich das Risiko einer längerfristigen Festgeldanlage für ihn noch lohnt, wenn er für eine zweijährige Anlage nicht höhere Zinsen erhält als für eine fünfjährige. Wenn der Basiszinssatz demnächst gesenkt werden sollte, wäre eine längerfristige Bindung auch bei den jetzigen Zinssätzen profitabel. Denn dann würden die Banken in den nächsten Jahren ebenfalls ihre Zinsen senken, so dass man dann für eine Festgeldanlage noch weniger erhalten würde als im Moment. Vielleicht ist es am besten, die nächste Zinsentscheidung der EZB abzuwarten und dann so schnell zu handeln, dass man sich noch mögliche Zinsvorteile sichert, bevor die Banken eventuell ihre Konditionen für längerfristige Geldanlagen verschlechtern.

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