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Islamische Finanzprodukte werden immer häufiger angeboten
Finanzierungs- und Investmentmodelle ohne Zinsertrag- diese Zusammenstellung ist für die westlich geprägte Wirtschaftswissenschaft vergleichbar mit der Quadratur des Kreises. Und doch hat sich islamisches Banking in den letzten Jahren zu einem stetig wachsenden Markt entwickelt. Auf diesen Trend reagieren mehr und mehr Banken, mit einem Angebot an Finanzprodukten, die sich im Einklang mit dem Islam befinden.



In den 70er Jahren wurden in einigen islamischen Ländern Banken gegründet, die sich streng nach den Gesetzen der Sharia, der islamischen Rechtssprechung richteten. Von einem Nischenangebot entwickelte sich der Markt für islamische Finanzprodukte in den letzten Jahren rasant zu einem wichtigen Marktsegment. Nach einer Beobachtungsphase und den daraus resultierenden Marktbewertungen, haben nun auch internationale und deutsche Banken einen nachhaltigen Trend in der Vermarktung islamisch konformer Finanzprodukte erkannt. Muslime mit Wohnort im westlichen Europa sind eine große neue Kundengruppe, die es zu gewinnen gilt. Denn diese Personengruppe besitzt brachliegendes Kapital, das sie bisher aus Mangel an islamischen Angeboten nicht angelegt haben.

Islamische Finanzprodukte gehen konform mit den im Koran und in der Sunna festgelegten Gesetzen. Dazu zählt das Verbot der Zinserhebung, der Spekulation und des Glücksspiels. Zusätzlich darf nicht in Firmen investiert werden, die Produkte herstellen oder vertreiben, die im Islam als haram (verboten) gelten. Der Handel mit Schweinefleisch und Alkohol, sowie alle Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Pornographie oder Prostitution sind absolut tabu. Der Erwerb von Aktien ist verboten, wenn es sich um Unternehmen handelt, deren Gewinn durch Zinsen erwirtschaftet wird. Denn dann würde der Aktienbesitzer indirekt an den erhobenen Zinsen verdienen. Das Zinsverbot hat seinen Ursprung in der Idee von einer solidarischen wirtschaftlichen Gemeinschaft der Muslime. Der Prophet Mohammed wollte damit verhindern, dass die arme Bevölkerungsschicht im damaligen Orient von Geldverleihern weiter in den Ruin getrieben würde.

Aus all diesen Vorgaben wurde eine Reihe von Finanzprodukten entwickelt, die im Einklang mit dem islamischen Glauben stehen. Im Rahmen des Erlaubtem werden alle üblichen Bankdienstleistungen für Firmen, wie auch für Privatkunden angeboten. Möchte ein muslimischer Kunde eine Immobilie oder ein anderes Investitionsgut erwerben, dann kauft die Bank zunächst dieses Produkt und verkauft es dann an den Kunden weiter, in vorher vereinbarten Raten. Diese Raten beinhalten natürlich einen Gewinn für die Bank. Aber das Zinsverbot ist damit elegant umgangen worden. Muslime dürfen dort investieren, wo es sich um eine reelle unternehmerische Beteiligung handelt. Denn nach dem islamischen Gesetz darf nur Gewinn erzielt werden, wenn der Investor das unternehmerische Risiko mitträgt. Demzufolge ist die Geldanlage in Aktien erlaubt, denn bei diesem Geschäft existiert eine Gewinn, bzw. eine Verlustteilung.

Internationale Bankfachleute sind damit beschäftigt, ein spezielles Risikomanagement für islamische Finanzprodukte zu entwickeln. Im Zeitalter der Globalisierung ist der Markt für islamische Finanzprodukte ein interessantes und hohes Wachstum versprechendes Gebiet.

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