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Ist Rürup wirklich schlechter als Riester Rente?
Seit einigen Jahren gibt es zwei Formen von Förderungen des Staates an Bürger, die sich eine private Altersvorsorge aufbauen möchten. Die meisten Arbeitnehmer nutzen die Riester-Rente, während Selbstständige und Freiberufler normalerweise nur die Rürup Rente nutzen dürfen. Nicht selten beschweren sich Selbstständige und Freiberufler in diesem Zusammenhang auch darüber, dass sie nicht auch die Riester-Rente nutzen dürfen, weil in der Summe hier größere Vorteile wie bei der Rürup-Rente vorhanden sind. Doch ist Rürup wirklich schlechter als Riester-Rente?



Da beide Förderungsarten an nahezu die gleichen Bedingungen geknüpft sind, also Wahl einer bestimmten Sparform, Vertragsende frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres und Auszahlung des Guthabens als Leibrente, muss man sich beide Förderungen von der Höhe her betrachten. Nur nach einem solchen Vergleich kann man die Frage beantworten, ob Rürup wirklich schlechter als Riester ist. Ein Faktor hat einen ganz wesentlichen Einfluss darauf, welchen Betrag man letztendlich bei der Rürup-Rente und bei der Riester-Rente bekommen kann, nämlich ob Kinder vorhanden sind. Im Zuge der Riester Rente gibt es nämlich eine Kinderzulage, die es im Zusammenhang mit der Rürup Rente nicht gibt. Insofern werden die beiden Förderungen im Folgenden an zwei Beispielen verglichen, nämlich einmal am Beispiel einer alleinstehenden Person und einmal einer dreiköpfigen Familie.

Auch die Einkommenshöhe hat natürlich eine Auswirkung, zumindest auf die steuerlichen Vorteile der Rürup-Rente. Im ersten Beispiel wird ein Angestellter mit einem Einkommen von 40.000 Euro Brutto einem selbstständigen Maurer mit dem gleichen Einkommen gegenüber gestellt. Der Arbeitnehmer nutzt die Riester Rente und bekommt jährlich eine Grundzulage über 154 Euro. Der Selbstständige zahlt im Jahr 2.400 Euro in einen Rürupfähigen Vertrag ein. Von diesen 2.400 Euro können derzeit (2010) 70% als Sonderausgaben abgesetzt werden, also 1.680 Euro. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent würde der Selbstständige demnach durch die Rürup Rente Steuern von 420 Euro sparen, also deutlich mehr als der Arbeitnehmer an Grundzulage aus der Riester-Rente erhält.

Im zweiten Beispiel hat der Arbeitnehmer eine Frau und zudem ein zweijähriges Kind. Das Einkommen bleibt gleich, und die Ehefrau nutzt ebenfalls einen Riester-Vertrag. Somit erhält die Familie im Jahr die Grundzulage für beide Ehepartner, also insgesamt 308 Euro, und zudem die Kinderzulage über 300 Euro, sodass insgesamt 608 Euro an Riester Förderung vorhanden sind. Im Falle der Rürup Rente gibt es keine Förderung für Ehepartner oder Kinder, sodass es hier bei den vorherigen 420 Euro Steuerersparnis bleibt. Die beiden Beispiele zeigen also deutlich, dass die Frage, ob Rürup wirklich schlechter als Riester-Rente ist, in dem Sinne nicht beantwortet werden kann. Denn es kommt stets auf die Familienverhältnisse bzw. den Familienstand und das Einkommen an, wann welche Förderungsform „besser“ als die andere ist.

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