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Keine Argumente für die Tagesanleihe des Bundes
Immer wieder werden am Finanzmarkt auch neue Produkte eingeführt, die für den Anleger eine Alternative zu anderen Formen der Geldanlage darstellen sollen. Auch der Bund emittiert in regelmäßigen Abständen neue Geldanlagen. Zu den Emissionen des Bundes zählt seit einiger Zeit auch die so genannte Tagesanleihe. Bereits am Namen lässt sich der Inhalt dieser Anlageform erkennen, denn es handelt sich bei der Tagesanleihe um eine Mischung zwischen einem verzinslichen Wertpapier bzw. einer Anleihe einerseits und einem Tagesgeld andererseits.



Faktisch ist die Tagesanleihe mit dem Tagesgeld der Banken zu vergleichen und soll als Anlageprodukt auch eine direkte Konkurrenz zu den Tagesgeldern der Banken darstellen. Die Tagesanleihe des Bundes wurde mit einem recht hohen Werbeaufwand am Markt eingeführt. Wenn man sich die Eigenschaften dieses Produktes einmal genauer anschaut, dann finden sich allerdings keine Argumente für die Tagesanleihe des Bundes, warum sich ein Anleger für diese Art der Geldanlage entscheiden sollte. Grundsätzlich handelt es sich zwar bei der Tagesanleihe um ein sehr sicheres Produkt und das investierte Kapital ist an jedem Tag verfügbar. Kosten sind mit der Anlageform nicht verbunden. All diese Aspekte treffen jedoch ebenso auf jedes Tagesgeld einer inländischen Bank zu. Aufgrund der Einlagensicherung für alle inländischen Tagesgeldkonten kann die Tagesgeldanleihe auch nicht mit dem Argument punkten, dass diese Geldanlage besonders sicher wäre im Vergleich zum Tagesgeld. Nachdem die beiden Produkte Tagesgeld und Tagesanleihe demnach in den Bereichen Sicherheit und Flexibilität/Verfügbarkeit gleichauf liegen, muss im Grunde die Rendite dafür ausschlaggebend sein, für welche der beiden Alternativen sich der Anleger entscheiden wird.

Und wenn man nun die durchschnittlichen Renditen der Tagesgelder mit der Rendite der Tagesgeldanleihe vergleicht, dann gibt es erst recht keine Argumente für die Tagesanleihe des Bundes mehr. Die Verzinsung der Tagesgeldanleihe orientiert sich am EONIA, dem Zinssatz für kurzfristige Verleihe von Geldern unter den Banken. Seit nunmehr Juli des vergangenen Jahres (2009) erhält der Anleger bei der Tagesanleihe eine Verzinsung von unter 0,50 Prozent, was man nur als völlig indiskutabel bezeichnen kann. Auf nahezu jedem normalen Sparbuch erhält der Anleger eine bessere Rendite, wobei das Sparbuch bislang schon als das Produkt mit der schlechtesten Verzinsung überhaupt galt. Diesen Platz nimmt nun aber seit einem Jahr die Tagesanleihe ein. Zum Vergleich: Stand Mitte 2010 liegt der durchschnittliche Zinssatz beim Tagesgeld der Banken um 1,80 Prozent, also mehr als dreimal so hoch wie bei der Tagesanleihe, und das bei ansonsten identischen Eigenschaften von Tagesgeld und Tagesanleihe.

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