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Keine sogenannten Subprime Kredite in Deutschland aufgrund Basel II
Subprime-Kredite bezeichnen in den USA Darlehen, die vorwiegend an Menschen mit geringer Bonität vergeben wurden. Diese Menschen verfügten bei der Kreditaufnahme nur in wenigen Fällen über ausreichendes Einkommen, um die Kreditraten tragen zu können, in einigen Fällen waren die Kreditnehmer sogar arbeitslos. Solche Kreditvergaben waren bisher nur möglich, da die Marktteilnehmer, insbesondere die Banken, von steigenden Immobilienpreisen ausgingen. Somit war es möglich, Darlehen ausschließlich auf die Sicherheiten, also auf die Grundschulden abzustellen. Weiterhin waren die Kreditvergaben möglich, da in den USA seit 2001 ein extrem niedriges Zinsniveau herrschte, welches geringe Raten begünstigte.



Im Unterschied zu deutschen Darlehen gibt es in den USA keine langen Zinsbindungszeiten. In vielen Fällen werden sogar variable Zinsen vereinbart, die sich, je nach Entwicklung der Leitzinsen, verändern können. Durch einen Wirtschaftsboom und eine gestiegene Inflation hob die Fed, die amerikanische Notenbank, in den Jahren seit 2005 die Zinsen kontinuierlich an, wodurch die Kreditraten verteuert wurden. In diesem Zuge kam es nun dazu, dass die Kreditnehmer der Subprime-Kredite diese nicht mehr zahlen konnten, Insolvenzen waren die Folge. Mittlerweile sind sehr viele dieser Kreditnehmer insolvent, die Folge sind zahlreiche zu verkaufende Immobilien, der Immobilienpreis fällt. Dies führt zu einer Immobilienkrise, die bereits seit ca. einem Jahr die Welt beschäftigt. Auch einige deutsche Banken sind hierin involviert, denn sie haben festverzinsliche Wertpapiere, deren Grundlage solche Subprime-Kredite sind, gekauft. Diese sind nun wertlos geworden.

In Deutschland und in Europa sind Kreditvergaben im Subprime-Sektor, also an Menschen mit nur geringer Bonität, nicht mehr möglich. Der Grund hierfür sind die Richtlinien nach Basel II, die bereits im Jahr 2007 flächendeckend eingeführt wurden. Nach diesen Richtlinien sind die Banken verpflichtet, bei Kreditvergaben an Menschen mit geringer Bonität hohe Geldbeträge zurückzulegen, die eine vermeintliche Insolvenz dieser Kreditnehmer absichern sollten. So wird schlussendlich auch die Insolvenz einer Bank vermieden, denn diese wird sich ihre Kunden nun genau ansehen und deren Kreditwürdigkeit überprüfen. Sofern die Überprüfung, welches auch als Scoring bezeichnet wird, negativ ausfällt, kann die Kreditvergabe entweder nicht erfolgen bzw. die Banken berechnen teils hohe Zinsaufschläge. In das Scoring bei Kreditvergaben in Deutschland fließen vor allem die Einkommensdaten sowie der errechnete Haushaltsüberschuss, der aus den monatlichen Einnahmen und Ausgaben ermittelt wurde, eine entscheidende Rolle. Aber auch der Familienstand bzw. ob ein Kreditnehmer bereits Wohneigentum besitzt, spielt eine Rolle. Aus allen diesen Daten wird dann ein Wert zwischen 1-6 ermittelt. Kreditnehmer mit einem Scoring von 1 bedeuten für die Banken ein nur sehr geringes Risiko. Sie erhalten daher auch sehr geringe Zinsen. Ab einem Score-Wert von 4 allerdings wird die Kreditvergabe bereits deutlich eingeschränkt, vor allem Baufinanzierungsdarlehen oder andere längerfristige Kredite werden nur nach Stellung entsprechender Sicherheiten vergeben.

Fazit: Eine Immobilienkrise wie in den USA ist in Europa durch die Richtlinien von Basel II grundsätzlich nicht möglich.

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