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Kredit im Ausland aufnehmen - von günstigen Zinsen und Währungsrisiko
Was bei unseren Nachbarn in Österreich bereits seit Jahrzehnten gängige Praxis im Geschäft mit Immobilienfinanzierungen ist, setzt sich nun auch in Deutschland zunehmend durch - und zwar die Aufnahme von Krediten im Ausland. Solche Auslandkredite haben grundsätzlich den Vorteil, dass hierbei Zinsdifferenzen ausgenutzt werden können, wodurch bei einer Finanzierung ohne weitere Anstrengung leicht mehrere Zehntausend Euro gespart werden können. Solche Zinsdifferenzen entstehen durch die unterschiedliche Politik der Notenbanken dieser Länder.



So liegen die Zinsen in der Schweiz zum Beispiel zwischen 1-2% unter den deutschen Konditionen. In Japan, wo das Land noch immer die Folgen der Bankenkrise in den 1990er Jahren bewältigen muss, liegen die Zinssätze sogar noch deutlich niedriger, die Differenz zu Deutschland beträgt hier zwischen 2-3% p.a. Zu beachten ist jedoch, dass diese Zinsen nicht langfristig gesichert werden können. Anders als in Deutschland, wo die Zinsbindungszeit mehrere Jahre betragen kann, werden die Zinsen im Ausland selten länger als zwölf Monate festgeschrieben. Oft wird sogar ein variabler Zins vereinbart. Dies bedeutet für die Kreditnehmer bei einer Veränderung des Zinsniveaus, dass sich auch die Rate verändert. Sofern die Zinsen sinken, verringert sich die Rate, was jeden Kreditnehmer freuen wird. Bei einer Anhebung des Leitzinses steigt jedoch die Belastung. Durch diese variable Konditionsgestaltung ist aber der Vorteil der vorzeitigen Rückzahlung jederzeit gegeben, lange Kündigungsfristen müssen so nicht eingehalten werden. Aufgrund dieses Risikos müssen Kreditnehmer, die Fremdwährungsdarlehen aufnehmen wollen, ein höheres Einkommen vorweisen können, mit dem mögliche Ratendifferenzen abgefedert werden könnten.

Um dieses Zinsniveau nutzen zu können, muss das Darlehen natürlich im jeweiligen Land aufgenommen werden. Dies bedeutet, dass der Kredit in Fremdwährung aufgenommen wird. Sowohl die Zahlung der Zinsen als auch die Rückzahlung des Kredites erfolgt dann in der jeweiligen Währung. Hiermit verbunden ist somit das Risiko, dass sich der Kurs der Währung verändert. Sofern sich der Kurs nach unten verändert, wird dies jeden Kreditnehmer freuen, denn somit verringert sich die Restschuld des Darlehens, ganz ohne Tilgungsleistungen. Zusätzlich zum geringen Zinssatz können dann also noch die Währungsschwankungen ausgenutzt werden, die Ersparnis vergrößert sich. Auf der anderen Seite kann die Währung aber auch steigen. Ist dies der Fall, erhöht sich die Darlehensschuld, die Höhe der Kreditraten steigt.

Das Währungsrisiko erhöht sich vor allem bei tilgungsfreien Krediten, die durch Lebensversicherungen oder Fondssparpläne abgesichert werden, noch zusätzlich, denn bei ihnen wird die Rückzahlung auf einen festen Termin vereinbart. Ist der Kurs der Währung dann gerade ungünstig, sind Verluste möglich. Besser ist es daher, bei den Auslandkrediten eine regelmäßige Tilgung, etwa bei einem Annuitätendarlehen, zu vereinbaren, um das Währungsrisiko kalkulierbarer zu machen.

Wie bei anderen Immobilienfinanzierungen auch werden Auslandskredite in diesem Bereich mit Grundschulden abgesichert. Die Kreditvergabe erfolgt hierbei allerdings nur bis zu maximal 70% des errechneten Beleihungswertes.

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