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Möglichkeiten wenn man keine Schulden erben möchte
Verstirbt ein Mensch in Deutschland, greift grundsätzlich die gesetzliche Erbfolge. Durch sie erben Ehegatten, die mit dem Verstorben im Rahmen einer Zugewinngemeinschaft lebten, mindestens 50%. Sind Kinder vorhanden, werden die restlichen 50% auf die Kinder verteilt. Lediglich wenn eine Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft vereinbart wurde, weichen die gesetzlichen Regelungen hiervon ab. Sofern kein Ehegatte bzw. keine Kinder des Verstorbenen vorhanden sind, können auch weiter entfernte Verwandte in die Erfolge eintreten.



Grundsätzlich werden sowohl Guthaben als auch Schulden vererbt. Im Idealfall verbleibt nach der Tilgung der Schulden und der Bezahlung der Bestattung noch etwas Geld für den Erben, der dies dann zur freien Verwendung nutzen kann. Immer häufiger kommt es jedoch vor, dass ältere Menschen kein Guthaben aufbauen konnten, jedoch noch Kredite vorhanden sind. Somit ist es weder möglich, die Schulden zu tilgen noch die Bestattung zu bezahlen. Hierfür ist der Erbnachfolger in vollem Umfang verantwortlich. Menschen, die dies bereits zu ihren Lebzeigen erkennen, sollten möglichst rechtzeitig vorsorgen, zum Beispiel durch eine Lebensversicherung (bei Kreditaufnahmen) bzw. durch eine Bestattungsvorsorge. Letztere ist noch bis ins hohe Alter möglich und sichert so zumindest die Kosten der Bestattung ab. Sofern vom Verstorbenen keine Vorsorge getroffen wurde, die Kredite nicht besichert sind, müssen die Erben sich gemeinschaftlich um die Tilgung kümmern, denn sie sind für die Banken der Rechtsnachfolger und treten so in die bestehenden Kreditverträge ein.

Um zu vermeiden, dass man lediglich Schulden erbt, sollte man sich nach Bekanntwerden des Todes bzw. nach der Information über die Erbschaft erkundigen, ob und in welchem Umfang Schulden vorhanden sind. Es ist nämlich möglich, ein Erbe binnen einer Frist von sechs Wochen auszuschlagen. Dies erfolgt durch eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Nachlassverwalter oder dem Nachlassgericht. In diesem Fall erhält man weder das Guthaben bzw. andere Vermögensgegenstände des Verstorbenen, gleichfalls gehen aber auch die Darlehen sowie die Kosten der Bestattung nicht auf den Erben über. Hierum kümmert sich bei der Ausschlagung eines Erbes das Nachlassgericht bzw. das Sozialamt. Sollte die Frist jedoch versäumt werden, erbt der Betroffene in jedem Fall, auch wenn er die Erbschaft nicht explizit angenommen hat. Dies ist in Deutschland nämlich nicht nötig.

Wurde die Ausschlagung des Erbes zu spät oder gar nicht beantragt, steht der Erbe den Gläubigern zur Verfügung. Allerdings steht jedem Erben eine Schonfrist von drei Monaten zu, innerhalb derer er keine Zahlungen leisten muss. Nach dem Ablauf dieser Frist, in der sich der Erbe einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Verstorbenen machen konnte, gibt es bei Schulden grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Sofern vorhandenes Guthaben ausreichend ist, um die Schulden zu decken, kann der Erbe eine Nachlassverwaltung anordnen lassen. Dieser Rechtspfleger kümmert sich dann um die Abwicklung, der Erbe ist von seiner Haftung befreit. Verbleibt Geld, wird es an den oder die Erben ausgezahlt. Ist das Guthaben jedoch nicht ausreichend, muss der Erbe die Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens beantragen. Nur so kann er sicherstellen, dass er gegenüber den Gläubigern nicht mit seinem gesamten Vermögen haftet. Ein solches Insolvenzverfahren sollte im Übrigen bereits bei der Vermutung einer Überschuldung gestellt werden, um mögliche Ansprüche abzuwehren.

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