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Umstrittene Spekulation mit Termingeschäften auf Lebensmitteln
Mitunter kann heutzutage der Eindruck entstehen, dass im Finanzbereich auf nahezu jedes Gut spekuliert werden kann. Der Markt der Derivate hat sich in den letzten zehn Jahren erheblich ausgeweitet und ist vor allen Dingen nahezu jedem Privatanleger zugänglich geworden. Waren zum Beispiel früher ausschließlich die Banken und große Institutionen am Warenterminmarkt aktiv, so ist es heutzutage auch jedem privaten Anleger möglich, in verschiedene Waren und Rohstoffe zu investieren. Über sogenannte CFDs oder sonstige Derivate, wie zum Beispiel binäre Optionen, können Anleger mittlerweile zum Beispiel auf den Goldpreis, den Silberpreis oder auch auf den Rohölpreis spekulieren.



Während diese Spekulationen von den meisten Experten zumindest als einigermaßen „erträglich“ bezeichnet werden, gilt das immer weniger für solche Spekulation, die Preise von Nahrungsmitteln zum Ziel haben. Es ist nämlich heute auch problemlos möglich, mit Termingeschäften auf die Preise von Lebensmitteln zu spekulieren. Das große Problem an dieser Spekulation ist, dass es sich hier meistens um Grundnahrungsmittel handelt. Dazu zählen zum Beispiel die Nahrungsmittel Weizen, Hafer oder auch Mais. Solche Spekulationen auf die Preise von Grundnahrungsmitteln sind mittlerweile sehr umstritten und in manchen Ländern wird sogar über ein Verbot diskutiert. Doch warum ist das so bzw. worin bestehen die negativen Auswirkungen solcher Spekulationen? Diese berechtigte Frage kann leicht und verständlich mit einem einfachen Beispiel beantwortet werden. Angenommen, der Preis für eine Tonne Weizen beträgt derzeit 150 Euro.

Bei solchen Preisen handelt es sich in der Regel nicht um regionale Preise, sondern um globale Preise. Vereinfacht gesagt heißt das, die Käufer in den USA müssen genauso 150 Euro für eine Tonne Weizen zahlen, wie die Käufer in Afrika. Wenn nun viele Menschen auf einen steigenden Weizenpreis spekulieren, indem sie das Produkt Weizen kaufen, dann wird der Preis für eine Tonne Weizen mehr oder weniger automatisch ansteigen. Somit könnte es durchaus passieren, dass der Preis für eine Tonne Weizen auf beispielsweise 180 Euro steigt. Als Folge müssen die Käufer mehr für eine Tonne Weizen zahlen und geben diese höheren Preise auch an die Endverbraucher weiter, nämlich in Form von Preiserhöhungen. Problematisch wird es nun in den Ländern, in den viele arme Menschen leben. Diese Menschen konnten sich den Preis von umgerechnet 150 Euro pro Tonne Weizen vielleicht noch so gerade leisten, den Preis von 180 Euro jedoch nicht mehr bezahlen. Die Folge sind zahlreiche Hungertote, weil nicht einmal genug Geld für die Grundnahrungsmittel vorhanden ist. Etwas vereinfacht und direkt ausgedrückt ist es also durchaus so, dass Spekulationen auf steigende Grundnahrungsmittel den Tod von Menschen zur Folge haben können.

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