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Wann ist eine private Insolvenz möglich?
Eine private Insolvenz wäre gegenwärtig für rund 3 Millionen Haushalte der Bundesrepublik Deutschland möglich, wobei seit Jahren eine steigende Tendenz zu verzeichnen ist. Bisher hat davon etwa jeder zehnte überschuldete Haushalt Gebrauch gemacht und den nicht einfachen Weg der Verbraucherinsolvenz beschritten.



Immer dann, wenn Einkommen und eventuell Erspartes nicht mehr ausreichen, die nötigen Ausgaben für Essen und Trinken und die Ausgaben für Miete, Wohnnebenkosten wie Strom, Wasser und Gas, offene Rechnungen und Raten zu begleichen, ist der Weg in die Privatinsolvenz möglich. Die Ursachen dafür sind vielgestaltig und reichen von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder einer nicht geglückten Selbständigkeit bis zum Scheidungsfall oder zu niedrigem Einkommen.

Sofort schließen sich zwei Fragen an: Warum nutzt nur etwa jeder zehnte Betroffene diese Möglichkeit und was erreicht man bei Nutzung des Verbraucherinsolvenzverfahrens?

Der Weg aus dem Schuldendilemma ist recht langwierig, zu teuer und es fehlt an Schuldnerberatungsstellen. An der sechsjährigen Frist bis zur erfolgreichen Entschuldung - vorausgesetzt man zeigt in dieser Zeit einen starken Willen zum Durchhalten - kommt niemand vorbei. Die Kostenfrage könnte sich in Kürze wesentlich entschärfen, liegt doch seit August 2007 ein Gesetzentwurf vor, der die Kosten für das Vorverfahren und gerichtliche Verfahren spürbar verringern soll. Mitte bis Ende 2008 soll das Gesetz in Kraft treten. Leider zeichnet sich für eine Verkürzung der langen Wartezeiten für die unumgängliche Inanspruchnahme einer Schuldnerberatungsstelle bei der Verbraucherzentrale oder den Wohlfahrtsverbänden noch keine Lösung ab. Allerdings lässt sich der Gang zum Schuldnerberater nicht umgehen, denn dieser klärt mit dem Schuldner dessen finanzielle Situation ab, indem er Einkünfte, Ausgaben und Verbindlichkeiten bilanziert. Er führt Gespräche bei den Gläubigern und erledigt die Formalitäten beim Gericht.

Neben Privatpersonen steht dieser Weg auch Selbständigen und Gewerbetreibenden offen, wenn sie keine Verbindlichkeiten gegenüber eventuellen Beschäftigten haben und die Zahl der Gläubiger unter 20 liegt.

Ohne an dieser Stelle auf weitere Fragen zur Abwicklung des anschließenden Insolvenzverfahrens einzugehen, steht noch die Antwort zum Ziel des Ganzen aus. Das ist die sogenannte Restschuldbefreiung. Sie wird nach sechs Jahren erreicht - vorausgesetzt man hat "Wohlverhalten" gezeigt, das heißt, die gesetzlich festgelegten Kriterien erfüllt, und dabei alle über die Pfändungsgrenze hinausgehenden Einnahmen an einen Treuhänder abgeführt (Gewinne und Erbschaften sind Sonderfälle). Ehepartner werden bei diesem Verfahren stets getrennt behandelt, um im Fall einer Scheidung die geänderten Verhältnisse auszuschließen.

Anzumerken ist noch, dass die Beratung durch Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände kostenlos ist. Termine sollten wegen der Wartezeiten rechtzeitig eingeholt werden. Natürlich ist auch die Inanspruchnahme eines Anwaltes oder Steuerberaters möglich - allerdings fallen dabei weitere Kosten an.

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