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Was können außerordentliche Belastungen sein?
Es kann jedem passieren, ein schwerer Unfall, eine plötzliche auftretende schwere Krankheit, ein unerwartetes Ereignis mit schlimmen Folgen, die außerordentliche Belastungen mit sich bringen. Und zwar können diese nicht nur mit starken Schmerzen und langem Leiden, sondern auch mit ungewöhnlich hohen materiellen Schäden und Verlusten sowie mit enormen finanziellen Belastungen (Ausgaben, Kosten) verbunden sein. Vielen Menschen, denen so etwas passiert, empfinden es als eine Katastrophe, diese können sie jedoch wenigstens finanziell verkraften.



Für andere Menschen mit kleinerem Einkommen und ohne finanzielle Reserven kann es jedoch ein realer Ruin bedeuten. Damit es nicht soweit kommt, können sie die vom Staat angebotene Unterstützung in Anspruch nehmen. Denn für zahlreiche Lebenssituationen, die vom Gesetzgeber als außergewöhnliche Belastungen definiert und anerkannt werden, können die Leidtragenden die gesetzlich abgesteckten steuerlichen Entlastungen beanspruchen. Der Begriff "außergewöhnliche Belastungen" ist sehr ausführlich im Einkommenssteuergesetz (EStG), in den Paragraphen §§ 33, 34 und 35 EStG, definiert und deren Deutung sowie Verwendung anhand von Beispielen erklärt.

Welche Merkmale muss eine außergewöhnliche Belastung haben?

  • Das erste Merkmal der außergewöhnlichen Belastung ist laut dem Gesetzgeber die belegbare Außergewöhnlichkeit der Belastung. Allgemein gilt dem Gesetz nach, dass die Einkommensteuer einem Steuerpflichtigen Bürger ermäßigt wird, wenn ihm "viel höhere Aufwendungen als die Aufwendungen der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen mit gleichen Einkommensverhältnissen" entstanden sind und diese daher als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden können. Ferner gilt es, dass nur jene Aufwendungen als außergewöhnlich anerkannt werden, die nicht nur nach deren Höhe, sondern auch nach deren Art sowie nach deren Gründen außerhalb des üblichen Maßes liegen. Zugleich ist gesetzlich festgelegt und erklärt, welche Aufwendungen als üblich gelten und daher nicht als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden können. Der Abzug der außergewöhnlichen Belastungen ist außerdem nur bei einer unbeschränkten Steuerpflicht und einer realen außergewöhnlich hohen Belastung des laufenden Einkommens möglich.
  • Das zweite wichtige Merkmal der Aufwendungen bzw. Kosten, die als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden sollen, ist auch deren Zwangsläufigkeit, die ebenfalls belegt werden muss.


Was können außergewöhnliche Belastungen sein?

  • Ein typisches Beispiel sind die Ausgaben, die zur Beseitigung von Katastrophenschäden (Hochwasserschänden, Sturmschäden, Erdrutschschäden) entstehen und die aus dem laufenden Einkommen (Gehalt, Lohn) bezahlt werden.
  • Aufwendungen und Ausgaben zur Wiederbeschaffung bzw. Ersatzbeschaffung von bestimmten Gegenständen sind außergewöhnliche Belastung, wenn die Beseitigung von deren Schäden lebensnotwendig ist.
  • Außergewöhnliche Belastungen können Krankheitskosten, Pflegekosten oder auch Begräbniskosten werden.
  • Mehrkosten für einen erforderlichen behindertengerechten Umbau eines Wohnraumes, einer Wohnung oder eines Hauses können außergewöhnliche Belastungen darstellen.
  • Kurkosten stellen eine außergewöhnlichen Belastung dar, wenn beispielsweise der Kuraufenthalt im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Erkrankung steht und aus medizinischen Gründen zwecks Linderung bzw. Heilung der Krankheit zwangsläufig erforderlich ist.
  • Die Aufwendungen für eine auswärtige Berufsausbildung der Kinder können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht zu werden, wenn keine vergleichbare Ausbildungsmöglichkeit im Wohnort vorhanden ist.

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