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Was sind geschlossene Fonds?
Ihre Bezeichnung verdanken die Geschlossenen Fonds der Tatsache, dass sie wirklich geschlossen werden. Das heißt, der Anteilsverkauf ist nur während eines vorher festgelegten Platzierungszeitraums (Zeichnungsfrist) möglich. Festgelegt wird dabei entweder das Gesamtkapitalvolumen, das durch den Verkauf von Anteilen erzielt werden muss oder die Anzahl Anteile, die zum Verkauf zur Verfügung stehen. Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird der Fonds geschlossen, es können keine weiteren Anteile gekauft werden.



Die geschlossenen Fonds sind Unternehmen, an die der Investor unternehmerisch beteiligt wird, im Gegensatz zu den offenen Fonds, die von Fondsgesellschaften verwaltetes Sondervermögen sind. Da ein geschlossener Fonds ein Unternehmen meist in einer der Gesellschaftsformen GmbH & Co. KG, KG oder GbR ist, wird der Investor vorwiegend als Kommanditist beteiligt. So wird er zwar am Erfolg bzw. Gewinn des Unternehmens teilhaftig, hat aber auch alle möglichen unternehmerischen Risiken mit zu tragen und gegebenenfalls mit seinem Vermögen zu haften.

Weitere typische Merkmale der geschlossenen Fonds sind wie folgt

  • Sie haben generell eine vergleichsweise lange feste Laufzeit, je nach Fondstyp ab 5 Jahren und bis zu 20 Jahren (z. B. bei Immobilienfonds)
  • Es ist ein vergleichsweise hoher Ausgabeaufschlag (Agio) zu bezahlen, ca. 5 %
  • Es ist meist ein vergleichsweise hoher Mindestanlagebetrag einzubringen, z. B. ab 5.000 €
  • Der Investor bekommt während der Laufzeit regelmäßige (je nach Fondstyp monatlich bzw. jährlich) verbindlich zugesagte Gewinnbeteiligungen (z. B. Mieteinnahmen)
  • Es kann eine vergleichsweise hohe Rendite erzielt werden
  • Die Anteile können grundsätzlich nicht vor Ablauf der Laufzeit verkauft werden
  • Der vorzeitige Verkauf der Anteile ist generell nur im Einzelfall am Zweitmarkt möglich und zudem mit eventuellen Kursverlusten verbunden
  • Je nach Fondstyp sind während der Laufzeit zusätzliche Kosten (z. B. für Reparaturen oder Modernisierungen) nicht auszuschließen
  • Nach Laufzeitende gibt der Investor seine Anteile zurück und bekommt das gesamte von ihm investierte Kapital ausgezahlt


Lange Zeit wurden die geschlossenen Fonds wegen der beachtlichen Steuervorteile von den Besserverdienern bevorzugt. Da seit 2006 diese Möglichkeiten stark eingeschränkt wurden, hat sich der Finanzmarkt entsprechend angepasst. Nunmehr gibt es einen wachsenden Zweitmarkt für geschlossene Fonds, so dass deren Anteile doch vorzeitig verkauft werden können. Investoren, die Anteile am Zweitmarkt kaufen, haben zudem den Vorteil, dass sie Anteile an geschlossenen Fonds billiger und mit einem viel niedrigerem Ausgabeaufschlag (z. B. 2,5 %) erwerben können. Da es dabei um Übertragung der Beteiligung geht, kann der vorzeitige Verkauf allerdings von der Gesellschaft versagt werden.

Neu auf dem Markt der geschlossenen Fonds ist, dass neben der „klassischen“ Typen geschlossenen Fonds (Immobilienfonds, Schiffsfonds, Containerfonds) immer mehr neue Typen Beteiligungen angeboten werden. Dazu sind die „Private Equity“ Fonds und die Leasingfonds zu erwähnen. An dem zukunftsorientierten Fondstyp „New Energy“ (Windkraftfonds, Solarfonds, Fonds für Biogas bzw. Fonds für Geothermie) beteiligte Investoren können wiederum moderne Anlagen zur Gewinnung von regenerativen Energien finanzieren.

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