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Welche Einkommensbestandteile unterliegen der Lohnpfändung?
Es gibt heutzutage viele Personen, die ihre Schulden gegenüber einer Bank, einem Unternehmen oder auch gegenüber Behörden, wie zum Beispiel gegenüber dem Finanzamt, nicht bezahlen können. Eine dann durchgeführte Vollstreckungsmaßnahme ist eine Pfändung, die in der Regel durch den Gerichtsvollziehern vollzogen wird. Bei einer solchen Pfändung werden dem Schuldner faktisch Wertgegenstände abgenommen, die anschließend verkauft werden, sodass der Erlös den Gläubigern zufließen kann. Bevor allerdings Wertgegenstände gepfändet werden, versucht der Gläubiger in der Regel eine Lohn- und Gehaltspfändung vornehmen zu lassen.



Die Lohnpfändung stellt eine Zwangsvollstreckung in das Gehalt des Schuldners dar und ist gesetzlich genau geregelt. Daher gibt es auch bestimmte Grenzen, denn nicht das komplette Nettoeinkommen des Schuldners darf gepfändet werden. Die Folge für den Arbeitgeber ist bei einer Lohnpfändung, dass dieser Drittschuldner wird. Wie zuvor erwähnt, darf nicht der gesamte Lohn gepfändet werden, sondern es ist ein sogenannter Pfändungsfreibetrag zu berücksichtigen. Zudem ist zu beachten, dass das Gehalt zwar zunächst zu 100 Prozent als Pfändungsbasis angesetzt werden darf, dass manche Einkommensteile wie etwa Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld aber nur zu einem Teil gepfändet werden dürfen. Bis zum Pfändungsfreibetrag sind alle Einkommensteile geschützt und dürfen keiner Zwangsmaßnahme unterzogen werden. Die Höhe des Pfändungsfreibetrages ist gesetzlich festgelegt und ändert sich von Jahr zu Jahr etwas. Darüber hinaus steigt der Pfändungsfreibetrag mit jeder Person, die gegenüber dem Schuldner unterhaltsberechtigt ist. Zu den Personen, die offiziell als unterhaltsberechtigt gelten, zählen Ehegatten, Kinder, Eltern und Großeltern.

Sind keine unterhaltsberechtigten Personen vorhanden, beträgt der Pfändungsfreibetrag sei 1. Januar 2012 exakt 1.029,99 Euro im Monat. Nur wenn das Nettoeinkommen oberhalb dieses Betrages liegt, darf überhaupt eine Lohnpfändung vorgenommen werden. Aber auch der über die Freigrenze hinaus gehende Gehaltsanteil wird nicht vollständig gepfändet, sondern zu einem 7/10-Anteil. Bei einer vorhandenen unterhaltsberechtigten Person liegt die Pfändungsfreigrenze bereis fast 400 Euro höher, nämlich bei 1.419,99 Euro. Die Lohnpfändung als solche beginnt damit, dass dem Arbeitgeber ein sogenannter Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zugestellt wird. Ab diesem Tag darf der Arbeitgeber dann nur noch den Teil des Lohnes überweisen, der nicht gepfändet werden darf. Welcher Teil das ist, muss der Arbeitgeber selbst ausrechnen und haftet dann auch für eine eventuell zu hohe oder zu niedrige Auszahlung. Seit 2012 müssen Schuldner, gegen die eine Lohnpfändung vorliegt unbedingt darauf achten, dass sie ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einrichten. Denn nur wenn der nicht pfändbare Lohnanteil auf ein solches P-Konto überwiesen wird, ist er vor der Pfändung und dem Zugriff des Gläubigers geschützt.

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