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Welche Posten fließen in die Berechnung der Inflationsrate ein?
Jede Volkswirtschaft produziert Jahr für Jahr Waren und Dienstleistungen, meist mehr als im Vorjahr. Dies hängt damit zusammen, dass der Hauptfaktor der Wertbestimmung, die menschliche Arbeit, einen quasi natürlichen Hang zur Produktivitätssteigerung hat. Durch Anwendung von wissenschaftlichen und sonstigem Wissen wird die Leistungsfähigkeit der menschlichen Arbeit Jahr um Jahr gesteigert. In der Volkswirtschaftlehre spricht man hier von Produktivitätsfortschritt.



Allerdings gibt es ebenfalls Jahr für Jahr eine bloß preisbestimmte "Wachstumsgröße": die Inflation. Dabei werden für gleiche Waren oder Dienstleistungen mehr Geld gefordert und gezahlt als im Vorjahr. Die Ursache für diesen Effekt ist wissenschaftlich umstritten, die empirische Tatsache dagegen nicht. Seit hierzu systematisch Untersuchungen vorgenommen wurden, ist kaum ein Jahr vergangen, an dem nicht eine bestimmte Inflationsrate feststellbar war.

Nun ist es natürlich sehr wichtig, den tatsächlichen Wertzuwachs des Volkseinkommens/Bruttosozialprodukts von der bloß nominellen Zunahme zu unterscheiden. Dies ist alles andere als einfach. Man müsste hierzu von sämtlichen Waren und Dienstleistungen die Preise des aktuellen Jahrs mit dem Vorjahr vergleichen. Dies wäre möglicherweise noch machbar, aber in vielen Produkten und Dienstleistungen finden auf Basis des technischen Fortschritts Veränderungen statt. Eine Fahrrad von 2008 hat bessere Quantitäts- und Sicherheitsmerkmale als ein Fahrrad von 2003, eine Steigerung des Preises kann nicht so ohne weiteres als Inflation bestimmt werden.

In der Praxis der volkswirtschaftlichen Statistik behilft man sich daher zur Bestimmung der Inflationsrate mit einem oder mehreren Warenkörben. Am häufigsten genannt wird der Warenkorb für den Haushalt einer Familie mit 2 Kindern und mittlerem Einkommen. Man kann nun beim statischen Bundesamt in Wiesbaden in einem Stichjahr untersuchen, was diese Durchschnittsfamilie an Mieten, Waren und Dienstleistungen pro Monat zahlt. Zur Zeit wird auf Basis des Jahres 2005 gerechnet. Der Warenkorb enthält mehr als 700 einzelne Güter, in diesem u.a. zur Zeit folgende Güter vertreten sind:

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 10,4
Alkoholische Getränke, Tabakwaren 3,9
Bekleidung und Schuhe 4,9
Wohnung, Wasser, Strom, Gas u.a. Brennstoffe 30,8
Einrichtungsgegenstände, Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt 5,6
Gesundheitspflege 4,0
Verkehr 13,2
Nachrichtenübermittlung 3,1
Freizeit, Unterhaltung und Kultur 11,6
Bildungswesen 0,7
Beherbergungs- und Gaststättendienst- leistungen 4,4
Andere Waren und Dienstleistungen 7,4
(die Zahlen sind Prozentangaben)

Innerhalb dieser Gruppen werden die einzelnen Waren konkret bezeichnet. Also zum Beispiel: 24 Flaschen Bier einer Markenbiersorte (Kauf im Supermarkt). Zur Bestimmung des Werts dieser Teilgröße werden dann im ganzen Bundesgebiet Datenerheber losgeschickt, die nach eine ausgeklügelten Zufallsverfahren in Supermärkte gehen und dort zufällig eine Bierflasche herausgreifen und ihren Kaufpreis notieren. Durch die Vielzahl und die Zufälligkeit der Stichproben ist sichergestellt, dass der Preis einer Bierflasche des Warenkorbs zutreffend bestimmt wird.

Zur Berechnung der Inflationsrate muss man dann lediglich den Wert des gesamten Warenkorbs im aktuellen Jahr durch den Wert des Warenkorbs im Vorjahr dividieren und mit 100 multiplizieren.

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