Wann ist ein Kredit sittenwidrig?

Wann ist ein Kredit sittenwidrig?

Wer einen Kredit aufnehmen will, sollte darauf achten, dass die Kreditaufnahme im rechtlichen Rahmen erfolgt. Denn nicht jedes Kreditangebot, welche man heutzutage zuhauf im Internet vorfinden kann, ist auch seriös. Nicht umsonst spricht man ja auch oftmals von den sogenannten Kredithaien. Deswegen sollte man sich bei einer angedachten Kreditaufnahme auch nie hetzen lassen und die verschiedenen Kreditangebote in aller Ruhe sondieren und auch miteinander vergleichen. Denn nur so, kann man sich zumindest einigermaßen sicher sein, auch ein seriöses Kreditangebot unterbreitet zu bekommen, welches man im Nachhinein nicht bereuen muss. Dabei sind folgende Punkte bei der Kreditaufnahme wichtig und auch besonders zu beachten:

1.) Kreditverträge müssen in schriftlicher Form abgeschlossen werden.
2.) Der Kreditvertrag muss die
- Kredithöhe,
- den effektiven Jahreszins,
- die Höhe und die Anzahl der zu tätigenden Rückzahlungsraten und
- die Zinsen und alle sonstigen Kosten
beinhalten.

Wenn die oben genannten Punkte nicht im Kreditvertrag vereinbart sind, so ist dieser Vertrag unter der Voraussetzung der noch nicht ausbezahlten vereinbarten Kredithöhe nichtig. Ferner müssen die Kreditkosten sich in einem bestimmten Rahmen bewegen. Will der Kreditnehmer den Zinssatz auf eine Überteuerung überprüfen, so kann er den effektiven Zinssatz mit den marktüblichen Zinssätzen vergleichen. Der Richtwert ist der Schwerpunktzins der Deutschen Bundesbank zum Termin des Kreditabschlusses. Sollte der effektive Zinssatz des abgeschlossenen Kreditvertrages um 100 % höher sein als der effektive Zinssatz zu Marktpreisen, so ist der Kreditabschluss sittenwidrig. Wer einen Kredit mit einer Restschuldversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass diese Versicherung nicht überteuert ist. Oft werden Restschuldversicherungen angeboten, obwohl sie nicht benötigt werden oder in einem schlechten Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung stehen. Meistens ist es so, dass man aufgrund einer überteuerten Restschuldversicherung einen Kredit länger abbezahlen muss.

Ein Kreditvertrag ist auch dann sittenwidrig, wenn ein einkommens- und vermögensloser Ehepartner für den Kredit mithaften muss. Wenn es offensichtlich ist, dass die mithaftende Person aus ihren persönlichen Verhältnissen heraus und auch wahrscheinlich kaum dazu fähig ist, den Kreditbetrag jemals zurückzuzahlen bereit ist, so ist eine Verschuldung, die lebenslang dauern kann, sittenwidrig. Für die Kreditinstitute heißt das, dass sie keinen Kreditnehmer zu einem Kreditabschluss verpflichten darf, sobald bei dem Schuldner nichts zu holen ist. Die Folgen des sittenwidrigen Kreditvertrages sind wie folgt: Der Kreditnehmer muss lediglich den Nettokreditbetrag sowie eine etwaige abgeschlossene Restschuldversicherung und die Hälfte der Versicherungsprämie zurückzahlen. Ferner müssen Zinsen und sonstige Kosten nicht bezahlt werden.

^